March 5, 2019 / 9:48 AM / 7 months ago

Italiens Rezession etwas gedämpfter als gedacht

The Italian flag waves over the Quirinal Palace in Rome, Italy May 30, 2018. REUTERS/Tony Gentile

Rom (Reuters) - Die Rezession in Italien fällt etwas milder aus als bislang angenommen.

Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte im vierten Quartal erneut um 0,1 Prozent, wie das Statistikamt Istat am Dienstag mitteilte. Bislang war von minus 0,2 Prozent die Rede. Die kleine Korrektur ändert aber nichts daran, dass die nach Deutschland und Frankreich drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone bereits das zweite Quartal in Folge geschrumpft ist und damit in einer Rezession steckt.

Die Schwächephase droht sich fortzusetzen, da Frühindikatoren für das laufende erste Quartal eine weitere Abschwächung signalisieren: Der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft - Industrie und Dienstleister zusammen - blieb im Februar mit 49,6 Zählern erneut unter der wichtigen 50-Punkte-Marke, ab der Wachstum signalisiert wird. Das ergab die Unternehmensumfrage des Instituts IHS Markit.

“Auch 2019 wird für Italien ein Krisenjahr”, sagte Commerzbank-Ökonom Marco Wagner. “Die erste Jahreshälfte dürfte von der anhaltenden Rezession überschattet werden.” 2018 insgesamt ist Italiens Wirtschaft lediglich um 0,9 Prozent gewachsen, nachdem es 2017 noch zu 1,6 Prozent gereicht hatte. Auch im laufenden Jahr dürfte Italien der Konjunktur in der Euro-Zone hinterherhinken. “Denn die strukturellen Probleme, die das Land wie einen Klotz am Bein mit sich schleppt, sind alles andere als gelöst”, sagte Commerzbank-Experte Wagner. “Die öffentliche Verwaltung arbeitet ineffizient, der Staat investiert zu wenig in Forschung & Entwicklung sowie in Bildung.”

Die Koalition aus populistischer Fünf-Sterne-Bewegung und rechter Lega war Mitte 2018 mit dem Versprechen angetreten, mit Steuersenkungen und höheren Sozialausgaben mehr Schwung in die Wirtschaft zu bringen. Die Parteien wollen teure Wahlversprechen finanzieren, vor allem ein Grundeinkommen und ein niedrigeres Renteneintrittsalter. Das könnte den privaten Konsum ankurbeln und die Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte stabilisieren.

Der Regierung droht aber neuer Ärger, gefährdet doch die schwächelnde Wirtschaft das mit der EU-Kommission vereinbarte Defizitziel von rund zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Sollte sich die globale Konjunktur abkühlen, werde man die Neuverschuldung erhöhen, sagte der Chef des Finanzausschusses im Senat, Alberto Bagnai von der Lega, dem Sender “Radio Capital”. Im Herbst war es zum Streit mit der EU-Kommission gekommen, die der Regierung in Rom mangelnde Haushaltskonsolidierung vorwarf.

0 : 0
  • narrow-browser-and-phone
  • medium-browser-and-portrait-tablet
  • landscape-tablet
  • medium-wide-browser
  • wide-browser-and-larger
  • medium-browser-and-landscape-tablet
  • medium-wide-browser-and-larger
  • above-phone
  • portrait-tablet-and-above
  • above-portrait-tablet
  • landscape-tablet-and-above
  • landscape-tablet-and-medium-wide-browser
  • portrait-tablet-and-below
  • landscape-tablet-and-below