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Wirtschaftsnachrichten

Corona schlägt auf Italiens Staatsfinanzen durch - Rezession tiefer

People pose for a picture in front of Rome's ancient Colosseum illuminated with colours of the Italian flag to show unity, solidarity and to honour victims of the coronavirus disease (COVID-19) from all over the world, in Rome, Italy, May 31, 2020. REUTERS/Remo Casilli

Rom (Reuters) - Die Corona-Rezession hat auf die italienischen Staatsfinanzen durchgeschlagen.

Die Neuverschuldung schnellte im ersten Halbjahr auf 10,0 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) nach oben, wie das Statistikamt Istat am Freitag in Rom mitteilte. Ein Jahr zuvor hatte das Defizit noch bei 3,2 Prozent gelegen. Für Italien sind das schlechte Nachrichten, ist es doch ohnehin schon eines der am höchsten verschuldete Industriestaaten weltweit. Der EU-Kommission zufolge dürfte der Schuldenberg in diesem Jahr auf 158,9 Prozent des BIP anwachsen. Die EU-Verträge sehen eigentlich eine Obergrenze von 60 Prozent vor.

Die nach Deutschland und Frankreich drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone ist im Frühjahr im Rekordtempo von 13,0 Prozent eingebrochen. Damit fiel das Minus noch größer aus als gedacht. Bisher war das Statistikamt von einem Rückgang von 12,8 Prozent ausgegangen. Zum Vergleich: Die deutsche Wirtschaftsleistung ist in diesem Zeitraum um 9,7 gesunken. Die EU-Kommission rechnet damit, dass das italienische BIP im Gesamtjahr um 11,2 Prozent schrumpfen wird, während die Regierung in Rom nur mit einem Minus von etwa neun Prozent rechnet.

Die Regierung hatte ihre Ausgaben in der ersten Jahreshälfte um fünf Prozent erhöht, um die Folgen der schweren Corona-Rezession abzufedern. Zudem sanken die Einnahmen um 7,7 Prozent, weil durch die Krise beispielsweise das Steueraufkommen zurückging. Die Regierung strebt für dieses Jahr ein Defizit von 10,8 Prozent an, nachdem es 2019 noch bei 1,6 Prozent lag. In Italien sind der Johns Hopkins University zufolge bislang 35.918 Menschen gestorben, die positiv auf das Coronavirus gestestet wurden. Damit ist das Land besonders stark von dem Virus-Ausbruch betroffen.

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