April 6, 2008 / 2:41 PM / in 11 years

Alitalia-Gewerkschaften doch zu neuen Gesprächen bereit

Cernobbio (Reuters) - Nach dem Scheitern der Übernahmegespräche mit Air France-KLM haben die Gewerkschaften der defizitären Alitalia ihre Bereitschaft zu neuen Verhandlungen signalisiert.

Jede Vereinbarung zur Rettung von Alitalia brauche aber Zeit, betonten Gewerkschaftsvertreter in italienischen Zeitungen vom Sonntag. Die Hoffnungen der Regierung in Rom, die ihren Alitalia-Anteil veräußern will, richten sich nun auch auf die Verwaltungsratssitzung von Air France-KLM am Montag. Air France-KLM hatte die bisherigen Forderungen der Gewerkschaften als inakzeptabel bezeichnet und die Gespräche abgebrochen.

Die Gewerkschaften deuteten am Sonntag aber an, dass eine Vereinbarung doch noch möglich sein könnte. Sie wehrten sich jedoch dagegen, von der Regierung unter Zeitdruck gesetzt zu werden. Eine stillschweigende Vereinbarung sei möglich, sagte Raffaele Bonnani, Chef der Gewerkschaft Cisl, der Zeitung “Il Messaggero”. Auch der Chef einer anderen Gewerkschaft signalisierte Gesprächsbereitschaft, lehnte ein Ultimatum der italienischen Regierung aber ebenfalls ab.

Der italienische Staat will seine Anteile von 49,9 Prozent an Alitalia schon seit längerem verkaufen. Air France-KLM will mehr als 2000 Stellen bei Alitalia streichen, die täglich Verluste von rund einer Million Euro schreibt. Am Dienstag will Alitalia entscheiden, ob sie Gläubigerschutz beantragt - einen Tag nach der Verwaltungsratssitzung von Air France-KLM.

Die Entscheidungsfindung bei Air France hänge sehr stark von einer “verantwortungsbewussten Haltung” der Gewerkschaften bei Alitalia ab, sagte Enrico Letta, ein enger Berater von Ministerpräsident Romano Prodi, am Samstag am Rande einer Finanzkonferenz. “Ich hoffe, dass Air France nicht die Tür zuschlägt.” Italiens Wirtschaftsminister Tommaso Padoa-Schioppa rief die Gewerkschaften zum Handeln auf, bevor der Stillstand bei den Verhandlungen zwischen den Fluggesellschaften zu einem “irreversiblen Schaden” führe.

Italienische Medien berichteten unterdessen am Samstag unter Berufung auf nicht näher benannte Kreise, dass ein Bieterkonsortium aus der deutschen Lufthansa und der US-Beteiligungsgesellschaft Texas Pacific Group Interesse an Alitalia haben könnte. Eine Lufthansa-Sprecherin sagte auf Anfrage: “Es gibt keinen neuen Stand” gegenüber Donnerstag. Damals hatte die Lufthansa eine Absage erteilt. Der Lufthansa-Vorstand hatte in der Vergangenheit grundsätzlich Interesse an Übernahmen signalisiert, aber stets erklärt, man sei dabei auf Finanzinvestoren nicht angewiesen. Bei Texas Pacific war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

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