August 22, 2018 / 4:26 PM / a month ago

Italiens Innenminister sperrt sich weiter gegen "Diciotti"-Flüchtlinge

Rom (Reuters) - Der italienische Innenminister Matteo Salvini sperrt sich trotz wachsendem innen- und außenpolitischem Druck dagegen, die 177 von der Küstenwache geretteten Migranten an Land zu lassen.

FILE PHOTO: Migrants disembark from the Italian coast guard vessel "Diciotti" as they arrive at the port of Catania, Sicily on June 13, 2018. REUTERS/Antonio Parrinello/File Photo

Auf Twitter mockierte er sich über Demonstranten, die im Hafen von Catania mit Bannern wie “Lasst uns menschlich bleiben” gegen die harte Haltung des Politikers der rechten Lega protestierten. “Die ‘sehr zahlreichen’ Demonstranten, die immer noch Migranten aufnehmen wollen, sind in Catania angekommen... Soll ich ihnen einen Kuss schicken?” schrieb er zu einem Bild, das rund 20 Demonstranten im sizilianischen Hafen zeigt, und versah den Tweet mit einem Kuss-Emoji. Zudem kritisierte er einen Vertreter der Küstenwache, der den Umgang mit den von der “Diciotti” aufgenommenen Flüchtlingen als peinlich gebrandmarkt hatte.

Nach tagelangem Streit mit Malta hatte Italien Anfang der Woche dem Schiff “Diciotti” erlaubt, in Catania anzulegen. Die Flüchtlinge, darunter 28 Kinder und Jugendliche, dürfen aber nicht an Land. Salvini fordert zunächst Garantien, dass die Migranten von anderen Ländern aufgenommen würden.

Seine harte Haltung stößt inzwischen auch beim Koalitionspartner 5 Sterne auf. Parlamentspräsident Roberto Fico von den 5 Sternen schrieb auf Twitter, man müsse den Migranten erlauben, das Schiff zu verlassen. “Sie können nicht länger an Bord festgehalten werden”, schrieb er auf Twitter. In Brüssel forderte eine Sprecherin der EU-Kommission, alles daran zu setzen, dass die Menschen die “Diciotti” sicher verlassen könnten.

Die “Diciotti” hatte vor einer Woche 190 Migranten aufgenommen, die auf einem überfüllten Schiff auf hoher See unterwegs waren. 13 wurden aus gesundheitlichen Gründen umgehend von der Küstenwache nach Italien gebracht. Der Rest blieb jedoch an Bord der “Diciotti”, die zunächst in internationalen Gewässern verharrte, da die Regierung in Rom darauf bestand, dass Malta die Migranten aufnehmen müsse. Am Montag genehmigte die Regierung in Rom dann, dass das Schiff im Hafen von Catania festmacht.

Italien beklagt sich seit längerem, dass es in der Europäischen Union die Hauptlast der Migration trage. Seit 2014 erreichten mehr als 650.000 die italienische Küste.

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