August 1, 2018 / 2:55 PM / 4 months ago

Erst verkaufen, dann kaufen - Generali in der Offensive

FILE PHOTO: Philippe Donnet, CEO of the Italian insurance company Generali, is seen before shareholders meeting in Trieste, Italy, April 27, 2017. REUTERS/Remo Casilli/File Photo

Mailand/München (Reuters) - Der italienische Versicherungsriese Generali will nach der Ausdünnung seines regionalen Netzes wieder auf Einkaufstour gehen.

“Wir sind sehr interessiert, Gelegenheiten in der Sachversicherung und der Vermögensverwaltung zu nutzen”, sagte Vorstandschef Philippe Donnet am Mittwoch in Triest. Der Verkauf einer Reihe von Landesgesellschaften, etwa in Belgien und den Niederlanden, bringt der Nummer drei in Europa 1,5 Milliarden Euro, 500 Millionen mehr als gedacht. Der bis zu 1,9 Milliarden Euro schwere Verkauf der deutschen Lebensversicherungs-Tochter Generali Leben an den Bestandsmanager Viridium, der im Juli angekündigt wurde, ist darin noch gar nicht enthalten.

Wie Generali das Geld verwenden will, sagte Donnet nicht. Er vertröstete die Analysten auf November, wenn er die Strategie für die kommenden drei Jahre vorstellen will. Mit den Zukäufen verfolgt er eine ähnliche Strategie wie der größere Konkurrent Allianz, der wegen der hohen Preise inzwischen aber kleinere Brötchen backen will.

Im ersten Halbjahr hat Generali so viel Gewinn erwirtschaftet wie seit zehn Jahren nicht mehr. Der Nettogewinn stieg um neun Prozent auf 1,33 Milliarden Euro und fiel damit höher aus als von Experten erwartet. Aber auch das operative Ergebnis stieg um knapp drei Prozent auf 2,53 Milliarden Euro, weil es sowohl in der Sach- als auch in der Lebensversicherung besser lief. Die Prämien legten um 6,5 Prozent auf 35,1 Milliarden Euro zu.

In der Altersvorsorge verabschiedet sich Donnet zunehmend vom Geschäft mit Renten-Policen mit langfristigen Garantien, die viel Kapital binden, zugunsten von fondsgebundenen und Risiko-Lebensversicherungen. In Deutschland brach im ersten Halbjahr nicht nur der Wert des Neugeschäfts mit klassischen Spar- und Renten-Produkten um ein Viertel ein, auch Risiko-Policen wurden deutlich weniger verkauft. Die Prämieneinnahmen lagen in der Sparte aber um 5,3 Prozent über Vorjahr.

Die Debatte um einen Verkauf der vier Millionen Generali-Leben-Policen hatte für große Diskussionen gesorgt. Wenn die Finanzaufsicht BaFin zustimmt, können die Italiener mit einem Gewinn aus dem Verkauf von 275 Millionen Euro rechnen. Die Schaden- und Unfall-Sparte von Generali Deutschland steckte die Sturmschäden zu Beginn des Jahres in Norddeutschland weg und hielt die Schaden-Kosten-Quote mit 91,4 Prozent fast stabil. Konzernweit verbesserte sie sich auf 92,0 von 92,8 Prozent.

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