April 10, 2019 / 5:41 AM / 15 days ago

Italien senkt Wachstumsprognose deutlich - Draghi mahnt

Pictures of Italian marines detained in India, Salvatore Girone (R) and Massimiliano Latorre, are projected together with the colours of the Italian flag on the Colosseum in Rome, April 3, 2013. Latorre and Girone are due to face trial in India on charges of killing two Indian fishermen while on anti-piracy duty in 2012. The marines were allowed home for Christmas, and then again to vote in the Italian elections in February, on condition they returned to India. The two countries have been embroiled in an escalating row since the incident. REUTERS/Tony Gentile (ITALY - Tags: POLITICS CIVIL UNREST)

Rom/Frankfurt (Reuters) - EZB-Präsident Mario Draghi hat die italienische Regierung angesichts eingetrübter Konjunkturaussichten zum Handeln aufgefordert.

“Es ist ziemlich klar, dass das Augenmerk für Italien darauf liegt, Wachstum und Beschäftigung zu schaffen”, sagte der Chef der Europäischen Zentralbank am Mittwoch in Frankfurt. “Italien weiß, was zu tun ist.”

Die Regierung aus rechter Lega und populistischer Fünf-Sterne-Bewegung hatte zuvor ihre Wachstumsprognosen gekappt. Sie erwartet 2019 nur einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,2 Prozent. Im Dezember hatte sie 1,0 Prozent in Aussicht gestellt. Das Defizitziel wurde auf 2,4 Prozent des BIP nach oben korrigiert. Im Dezember hatte sich die Koalition nach langem Gezerre mit der EU-Kommission auf 2,04 Prozent festgelegt, weil die Brüsseler Behörde die ursprünglich von Rom vorgeschlagenen 2,4 Prozent als zu hoch abgelehnt hatte. “Die Zahlen stellen keine Überraschung dar”, sagte Draghi, der selbst Italiener ist.

Das Land ächzt unter einem Schuldenberg, der mehr als 130 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung ausmacht. Die Wachstumsprognose für 2020 senkte die Regierung auf 0,8 Prozent von bislang 1,1 Prozent. Beim Defizit peilt sie 2,1 Prozent nach bislang 1,8 Prozent an. Die nach Deutschland und Frankreich drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone war Ende 2018 in die Rezession gerutscht.

Trotz steigender Neuverschuldung lehnt die Koalition eine Anhebung der Mehrwertsteuer ab. Diese wurde vom parteilosen Wirtschaftsminister Giovanni Tria ins Spiel gebracht, um die Staatseinnahmen zu steigern. “Tria sagt immer, dass die Mehrwertsteuer erhöht werden sollte”, sagte der Lega-Abgeordnete Claudio Borghi dem Parteisender Radio Padania Libera. “Aber wir haben absolut keinen Plan, dies zu tun.”

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