November 30, 2015 / 6:19 PM / 3 years ago

IWF macht chinesischen Renminbi zur fünften Weltwährung

Washington (Reuters) - Der Internationale Währungsfonds (IWF) wertet die chinesische Landeswährung Renminbi (RMB) zur fünften Weltwährung auf.

Der Renminbi spielt damit ab Herbst 2016 in einer Liga mit dem US-Dollar, dem britischen Pfund, dem Euro und dem japanischen Yen. Der Schritt sei ein wichtiger Meilenstein bei der Integration der Volksrepublik in das Welt-Finanzsystem, sagte IWF-Chefin Christine Lagarde am Montag. Die Aufnahme der Währung spiegele Chinas Fortschritt bei Reformen wider und werde das globale Geld- und Finanzsystem stärken.

Mit der Aufnahme in den Währungskorb ist ein erheblicher Prestigezuwachs für das Land verbunden. Schätzungen zufolge könnten nun rund eine Billion Yuan (umgerechnet rund 147 Milliarden Euro) in den chinesischen Anleihemarkt fließen. Manche Ökonomen erwarten, dass damit in der Zukunft die Nachfrage nach Yuan weltweit um mehr als 567 Milliarden Euro steigen wird.

Der Währungskorb des IWF stellt die Werte-Grundlage für die Kunstwährung des Fonds, die Sonderziehungsrechte (SZR), dar. In denen werden die Beiträge der IWF-Mitglieder (Quoten), wie auch ihre Kreditmöglichkeiten beim Fonds bemessen. Der Renminbi - auch als Yuan bekannt - soll eine Gewichtung von 10,92 Prozent erhalten. Derzeit ist der Dollar mit 41,9 Prozent das Schwergewicht, gefolgt vom Euro (37,4 Prozent), dem Pfund (11,3 Prozent) und dem Yen (9,4 Prozent).

Skeptiker befürchten allerdings, dass die Aufnahme den Reformbemühungen in Peking keinen weiteren Auftrieb geben wird. Denn der Börsenrutsch vom Sommer steckt dem Land noch in den Knochen. Manche Kritiker machen den schädlichen Einfluss von ausländischem Kapital für den Einbruch der Kurse um mehr als 40 Prozent mit verantwortlich. Politische Beobachter glauben, dass die Bemühungen um eine Öffnung der Landeswährung nach dem Prestigeerfolg beim IWF erlahmen. Als abschreckendes Beispiel dient die Aufnahme Chinas in die WTO im Jahr 2001. Damals hatten Reformen im Staatssektor plötzlich keine Priorität mehr, nachdem die Mitgliedschaft unter Dach und Fach war.

Und die Währung des Exportweltmeisters ist nach wie vor an den internationalen Märkten weit davon entfernt, eine frei schwankende - also konvertible - Devise zu sein. Vielmehr ist sie locker an den Dollar gekoppelt: Die Zentralbank bestimmt arbeitstäglich einen Referenzkurs. Der IWF ist jedoch der Auffassung, dass der Yuan zumindest das Kriterium der freien Verwendbarkeit erfüllt - also, für internationale Transaktionen und an wichtigen Devisenmärkten weithin genutzt wird.

Die Zentralbank der zweitgrößten Volkswirtschaft nach den USA hatte den Yuan nach einer Reihe schwacher Wirtschaftsdaten im August weiter abgewertet. Die Währung markierte daraufhin zum Dollar den tiefsten Stand seit vier Jahren. Die Maßnahme verschafft der schwächelnden chinesischen Wirtschaft Vorteile auf dem Weltmarkt. Dies versetzte die Börsen rund um den Globus in Aufruhr und schürte Sorgen vor einem Währungskrieg.

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