April 8, 2008 / 8:38 AM / 11 years ago

IWF will Gold verkaufen und Ausgaben kürzen

Washington (Reuters) - Der Internationale Währungsfonds (IWF) will seine Finanzprobleme mit dem Verkauf von mehr als 400 Tonnen Gold sowie Ausgabenkürzungen lösen.

IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn nannte die Entscheidung zur Reform der Fonds-Finanzen am Montag einen “Meilenstein, der die Institution auf eine solide finanzielle Basis” stellen werde.

Der Goldverkauf bedarf allerdings noch der Zustimmung von 85 Prozent der Mitgliederstimmen im Fonds. Insbesondere muss zunächst der US-Kongress den Schritt unterstützen, ehe die USA die Transaktion mittragen kann. Der Fonds verfügt über mehr als 3200 Tonnen Gold, die Ende Februar einen Marktwert von gut 95 Milliarden Dollar hatten. In den Büchern des Fonds ist der Bestand aber nur mit knapp zehn Prozent dieser Summe bewertet.

Nach Angaben eines IWF-Vertreters soll das Gold entweder am Markt direkt schonend verkauft oder an Zentralbanken abgegeben werden. Die Verkäufe sollen sich über mehrere Jahre erstrecken. Die Einnahmen würden zunächst vor allem in Staatsanleihen investiert, später könnten zudem Unternehmensanleihen gekauft werden. Möglicherweise könnten auch Aktien noch hinzukommen, sagte der Vertreter.

Die Reform der IWF-Finanzen ist seit Monaten einer der großen Streitpunkte innerhalb der globalen Institution. Deutschland hatte zuletzt die Position vertreten, man könne über Gold-Verkäufe sprechen, wenn der Fonds gleichzeitig seine Ausgaben streng begrenze. Durch die rückläufige Nachfrage nach IWF-Krediten waren dem Fonds mehr und mehr Erlöse weggebrochen. Das Finanzierungssystem der Institution war in Gefahr geraten und bedurfte einer grundlegenden Erneuerung.

Dies soll nun mit dem Reformpaket gelingen, auf das sich die geschäftsführende Spitze des Fonds wenige Tage vor der IWF-Frühjahreskonferenz in Washington einigte. “Wir haben schwierige, aber notwendige Entscheidungen getroffen, um die erwarteten Erlöseinbußen auszugleichen und die Finanzen des Fonds auf eine nachhaltige Basis zu stellen”, sagte Strauss-Kahn. Ziel sei, die Institution effizienter zu machen und den Bedürfnissen der Mitglieder besser anzupassen. Für die IWF-Haushalte bis 2011 war zuletzt eine jährliche Finanzlücke von 400 Millionen Dollar vorausgesagt worden.

Die Einnahmen des Fonds sollen nach dem Reformmodell künftig aus einer größeren Zahl von Quellen kommen und damit stabiler fließen. Wird der Plan verwirklicht, verspricht sich die IWF-Führung davon in wenigen Jahren zusätzlich 300 Millionen Dollar an Geld-Zuflüssen. Zudem will der Fonds eine breiter gefächerte Anlagestrategie verfolgen und damit höhere Renditen erzielen. In seinen Aufgaben soll der Fonds fokussiert werden. Dabei soll insbesondere seine Rolle als Beobachter und Wächter der Stabilität des internationalen Finanzsystems gestärkt werden. Das interne Sparprogramm des Fonds sieht jährliche Ausgabenkürzungen in Höhe von 100 Millionen Dollar in den Finanzjahren 2009 bis 2011 vor.

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