May 21, 2011 / 11:14 AM / 9 years ago

Merkel stärkt Lagarde im Rennen um IWF-Posten den Rücken

France's Finance and Economy Minister Christine Lagarde leaves the Elysee Palace in Paris at the end of the weekly cabinet meeting, May 11, 2011. REUTERS/Philippe Wojazer

Andechs (Reuters) - Die französischen Wirtschafts- und Finanzministerin Christine Lagarde kann im Rennen um den Chefposten beim Internationalen Währungsfonds (IWF) offenbar auf Rückendeckung aus Deutschland zählen.

Lagarde sei eine “ausgezeichnete Persönlichkeit” mit viel Erfahrung, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Samstag im oberbayerischen Andechs. Die CDU-Chefin legte sich zwar erneut nicht auf eine Kandidatur Lagardes fest, betonte jedoch: “Die Kandidaten-Fragen werden zurzeit geklärt.” Der IWF hatte zuvor erklärte, bis Ende Juni einen Nachfolger für den wegen seiner Vergewaltigungsanklage zurückgetretenen Dominique Strauss-Kahn finden zu wollen.

“Es gibt eine breite Unterstützung dafür, dass Europa einen Kandidaten aufstellt. Natürlich müssen wir darüber auch mit den Schwellenländern sprechen”, sagte Merkel nach dem Treffen mit der CSU-Spitze in Andechs. Im von der Schuldenkrise geplagten Europa, das bisher traditionell den IWF-Chef stellt, haben sich bereits zahlreiche Länder dafür ausgesprochen, sich rasch auf einen Kandidaten zu verständigen. Allerdings machen die Schwellenländer Europa den wichtigen Posten streitig und wollen ebenfalls einen eigenen Kandidaten ins Rennen schicken.

Merkel hatte kürzlich bereits ihre hohe Wertschätzung für Lagarde betont, sich aber anders als Finanzminister Wolfgang Schäuble nicht auf die Französin festgelegt. Ihre Äußerungen zu Lagarde seien “keine Bestätigung einer Kandidatur” betonte sie am Samstag. Schäuble sagte “Bild am Sonntag” laut Vorabbericht, mit Lagarde hätte Europa beste Chancen, den IWF-Chefsessel wieder zu besetzen. “Christine Lagarde ist in der Sache und als Person hervorragend geeignet. Sie wird in der gesamten Finanzwelt überaus respektiert und geschätzt.” Auch Frankreich, Großbritannien, Italien und Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker haben Unterstützung für Lagarde signalisiert.

ENTSCHEIDUNG BIS ENDE JUNI

Der IWF hat am Samstagmorgen offiziell den Startschuss für das Rennen um den Nachfolger von Strauss-Kahn gegeben. Von Montag an bis zum 10. Juni können Kandidaten nominiert werden, aus denen dann eine engere Auswahl getroffen wird. Bis 30. Juni soll dann im Konsens eine Entscheidung fallen. Dem IWF zufolge haben sich die 24 Mitglieder des Führungsgremiums auf ein Verfahren verständigt, das offen und transparent sei und die Eignung der Kandidaten in den Mittelpunkt rücke.

Vor allem für die Länder Europas, die wegen teils hohen Schuldenbergen auf die Unterstützung des Währungsfonds angewiesen sind, ist Eile geboten. “Es ist ganz wichtig, dass die Europäer so schnell wie möglich einen gemeinsamen Kandidaten für den Chefposten des IWF vorschlagen”, sagte EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier der Zeitung “Die Welt”. Der Kandidat müsse für die Amerikaner und für die Schwellenländer akzeptabel sein. “Das sollte nicht so schwer sein”, sagte Barnier. “Am besten wäre eine Einigung vor dem G8-Treffen”, sagte ein Diplomat. Die Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Industrieländer und Russlands (G8) kommen ab Donnerstag im französischen Badeort Deauville zusammen.

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