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IWF - Aufschwung für Strukturreformen nutzen
October 10, 2017 / 1:08 PM / 2 months ago

IWF - Aufschwung für Strukturreformen nutzen

Washington/Berlin (Reuters) - Der IWF fordert die Regierungen dazu auf, den weltweit kräftigen Aufschwung für Reformen und den Abbau überhöhter Staatsschulden zu nutzen.

Managing Director of the International Monetary Fund Christine Lagarde introduces Governor of the Bank of England Mark Carney for the Michel Camdessus Central Banking Lecture at the International Monetary Fund in Washington, U.S., September 18, 2017. REUTERS/Joshua Roberts

Die Breite der weltwirtschaftlichen Erholung “bietet ein Umfeld von Möglichkeiten für eine ehrgeizige Politik, die das Wachstum unterstützten und die Widerstandsfähigkeit für die Zukunft stärken könnte”, sagte der Chefökonom des Internationalen Währungsfonds (IWF), Maurice Obstfeld, am Dienstag. Es gelte, die günstigen Zeiten für Strukturreformen zu nutzen.

Die Aussichten für das Wachstum schätzt der Fonds rosiger ein als noch im Juli. “Die aktuelle globale Wachstumsbeschleunigung ist auch deshalb bemerkenswert, weil sie auf einer so breiten Basis steht - mehr denn je seit dem Beginn dieser Dekade”, sagte Obstfeld. Der IWF rechnet für die Weltwirtschaft inzwischen mit Zuwächsen von 3,6 Prozent in diesem und 3,7 Prozent im nächsten Jahr - je 0,1 Punkte mehr als zuletzt. Für Deutschland hob der Fonds seine Prognose um jeweils 0,2 Punkte auf 2,0 Prozent in diesem und 1,8 Prozent im nächsten Jahr an. Allerdings sei der Aufschwung unvollständig. Er überdecke viele Schwachstellen.

Der Ruf nach Nachfrageimpulsen durch höhere Staatsausgaben, den der Fonds über Jahre gerade an Länder wie Deutschland richtete, ist dieses Mal deutlich leiser geworden. Lauter dagegen mahnt der Fonds nun, ähnlich wie das der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble seit langem tut, Strukturreformen und eine nachhaltigere Budgetpolitik an.

IWF: POLSTER GEGEN KÜNFTIGE REZESSIONEN BILDEN

Für Länder mit niedriger Arbeitslosigkeit sei die Zeit gekommen, um über eine “schrittweise Konsolidierung zur Absenkung der aufgeblähten Schuldenniveaus” nachzudenken, erklärte der IWF. Zugleich gelte es in vielen Staaten, Polster gegen künftige Rezessionen zu bilden. Nötig seien aber weiterhin mehr Investitionen in Bildung, Infrastruktur und andere Felder, die das künftige Wachstum stärkten. Wenn Obstfeld von einem unvollständigen Aufschwung spricht, dann meint nach eigenen Angaben vor allem, dass viele Menschen und Länder von der günstigen Entwicklung nicht angemessen profitieren. So bleibe das Einkommenswachstum vielerorts viel zu niedrig, arme Länder blieben im Schatten.

Auch warnt der IWF weiter vor Protektionismus-Gefahren, die den Welthandel beeinträchtigen könnten. Unter anderem gilt US-Präsident Donald Trump als Verfechter einer Politik, die die Interessen seines Landes stärker in den Vordergrund rückt. Darüber hinaus bleibe das Risiko geopolitischer Konflikte.

NUR WENIGE AUSNAHMEN VON ALLGEMEINER AUFHELLUNG

Die Perspektiven für Schwergewichte der globalen Wirtschaft, wie die USA und China, haben sich laut IWF weiter verbessert. Etwas aus dem rosigen Gesamtbild hebt sich Großbritannien ab, das derzeit mit der EU über seinen Austritt aus der Union verhandelt. Die Wachstumsschätzungen für das Land beließ der IWF mit 1,7 Prozent in diesem und 1,5 Prozent im nächsten Jahr unverändert. Deutlich verschlechtert haben sich die Perspektiven unter den großen G20-Ländern allein in Indien und in Südafrika.

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