March 21, 2011 / 12:37 PM / 8 years ago

Unglücks-AKW Fukushima noch nicht unter Kontrolle

Tokio (Reuters) - Der japanische Energieriese Tepco bekommt das Katastrophenkraftwerk Fukushima nicht in den Griff.

Mehr als eine Woche nach dem verheerenden Erdbeben waren am Montag zwar alle sechs Reaktorblöcke wieder an die öffentliche Stromversorgung angeschlossen, doch erlitten die Sicherungsarbeiten immer wieder Rückschläge. So mussten einige Arbeiter von den am stärksten beschädigten Blöcken 2 und 3 abgezogen werden, weil dort Rauch aufstieg, dessen Ursache Tepco erklären konnte. IAEA und Weltgesundheitsorganisation (WHO) äußerten sich besorgt über die Lage in dem aus den 1970er Jahren stammenden Kraftwerkskomplex.

Für die Internationale Atomenergieagentur (IAEA) bleibt die Lage in Fukushima “sehr ernst”. Die Krise sei noch nicht beigelegt. Letztendlich aber werde das asiatische Land sie meistern, zeigte sich der aus Japan stammende Behördenchef Yukiya Amano überzeugt.

“Es ist sehr viel ernster als zuvor angenommen”, sagte ein Sprecher des WHO-Büros für die Region West-Pazifik in Manila der Nachrichtenagentur Reuters. In den ersten Tagen nach dem Erdbeben habe die Organisation noch damit gerechnet, die Verseuchung auf einen Umkreis von zu 30 Kilometern eingrenzen zu können. “Aber höchstwahrscheinlich sind einige kontaminierte Produkte aus der verseuchten Region herausgekommen”, sagte Sprecher Peter Cordingley. Die WHO habe aber bisher keine Hinweise darauf, dass kontaminierte Nahrungsmittel aus der Region Fukushima in andere Länder gelangt seien.

Gemüse und Staub sowie Milch und Wasser mit erhöhten Strahlenwerten schürten in den vergangenen Tagen die Ängste der Japaner. Die Behörden versicherten, die Werte seien nicht gefährlich. Der Verkauf von Milch aus Fukushima und Spinat aus angrenzenden Regionen wurden jedoch verboten. China und Südkorea kündigten verschärfte Kontrollen japanischer Lebensmittelimporte an.

BETREIBER TEPCO SCHWÄNZTE INSPEKTIONEN

Knapp zwei Wochen vor dem schweren Erdbeben räumte Tepco in einem jetzt bekanntgewordenen Schreiben an die Aufsichtsbehörde ein, am AKW Fukushima regelmäßige Kontrollen unterlassen zu haben. Insgesamt 33 Ausrüstungsgegenstände seien nicht untersucht worden, teilte Tokyo Electric Power Co am 28. Februar in einem Bericht an die Aufseher mit, der auf der Internetseite des Unternehmens einzusehen war. Zu den nicht inspizierten Teilen gehörten unter anderem ein Motor und ein Notstromaggregat im Reaktorblock 1 der Anlage. Der Ausfall der Notstromversorgung gilt als Ursache für das Reaktor-Unglück.

Die Atomaufsicht gab Tepco bis zum 2. Juni Zeit, einen Korrekturplan auszuarbeiten. In ihrem Schreiben vom 2. März äußerte sich die Behörde überzeugt, dass die ausgefallenen Inspektionen kein unmittelbares Risiko für die Sicherheit des Atomkraftwerks haben würde. Die Firma habe versichert, dass die Untersuchungen in Kürze nachgeholt würden.

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