April 2, 2011 / 10:37 AM / in 9 years

Aus Katastrophen-AKW Fukushima strömt verseuchtes Wasser

Tokyo Electric Power Co.'s Fukushima Daiichi Nuclear Power Plan's No.1, No.2, No.3 and No.4 (R-L) reactors are seen in Fukushima Prefecture, northeastern Japan, in this photo taken March 31 and released by Japan's Defence Ministry April 1, 2011. REUTERS/Japan Maritime Self-Defence Force/Handout

Tokio (Reuters) - Neue Hiobsbotschaft aus dem Katastrophen-AKW Fukushima: Der Betreiber Tepco meldete am Samstag ein Leck im Betonsockel des Reaktors 2, durch das radioaktiv verseuchtes Wasser ins Meer gelangt.

Das könnte nach Ansicht der Atomaufsicht erklären, warum die radioaktive Belastung im Seegebiet rund um das Kraftwerk auf das 4000fache der erlaubten Werte angestiegen ist. Derweil besuchte Ministerpräsident Naoto Kan erstmals das Katastrophengebiet im Nordosten Japans, das vor drei Wochen von dem schwersten Erdbeben in der Geschichte des Landes und einem verheerenden Tsunami heimgesucht wurde. 28.000 Menschen wurden getötet oder werden noch vermisst. Als Zeichen der Solidarität besuchte Bundesaußenminister Guido Westerwelle das asiatische Land.

Tepco gab die Strahlenbelastung des aus dem Reaktor 2 ausgelaufenen Wassers mit 1000 Millisievert pro Stunde an. Normal ist eine Belastung zwischen einem und zehn Millisievert pro Jahr. Die Atomaufsicht kündigte an, Tepco wolle das Leck nun mit Beton verschließen.

TEPCO LOCKT “SPRINGER” MIT 3500 EURO LOHN PRO SCHICHT

In seinem verzweifelten Kampf gegen den Super-GAU will der größte asiatische Stromanbieter jetzt auch sogenannte Springer einsetzen - Arbeiter aus anderen Firmen, die für besonders riskante Tätigkeiten mit umgerechnet bis zu 3500 Euro pro Schicht entlohnt werden sollen. “Meine Firma bot mir 200.000 Yen (1670 Euro) den Tag”, zitierte die Wochenzeitung “Post” einen 30 Jahre alten Arbeiter. “Normalerweise wäre das ein Traumjob, aber meine Frau fing an zu weinen, und darum habe ich abgelehnt.”

Drei Wochen nach dem Tsunami und dem Beginn der Atom-Katastrophe besuchte Ministerpräsident Kan erstmals das Katastrophengebiet. Dabei traf er in der Sperrzone um Fukushima Arbeiter, die verzweifelt versuchen, das Unglück unter Kontrolle zu bekommen. In dem zerstörten Fischerdorf Rikuzentakata sprach Kan mit Obdachlosen, die seit dem Tsunami in Notunterkünften leben. “Es wird ein langer Kampf werden, aber die Regierung wird mit Ihnen bis zum Ende zusammenarbeiten”, versprach er.

Der in Umfragen unpopuläre Kan stand bereits vor dem Erdbeben politisch erheblich unter Druck, entweder zurückzutreten oder Neuwahlen anzusetzen. Auch für sein Krisenmanagement nach dem Beben hagelt es Kritik.

Über die Lage in Japan will sich nun auch die Internationale Atomenergieagentur IAEA an Ort und Stelle informieren. Die IEAE teilte in Wien mit, zwei Experten würden von Montag an mit japanischen Fachleuten beraten. Davon erhoffe sich die UN-Unterorganisation Informationen aus erster Hand.

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