December 20, 2017 / 9:36 AM / 7 months ago

Akw-Betreiber in Japan setzte Dichtungen von Datenskandal-Firma ein

Tokio (Reuters) - Der japanische Versorger Kansai Electric Power hat eigenen Angaben zufolge in zwei Atomkraftwerken bei wichtigen Sicherheitsvorkehrungen Materialien mit möglicherweise gefälschten Produktdaten verbaut.

An aerial view shows No. 4 (front L), No. 3 (front R), No. 2 (rear L) and No. 1 reactor buildings at Kansai Electric Power Co.'s Takahama nuclear power plant in Takahama town, Fukui prefecture, in this photo taken by Kyodo November 27, 2014. Kyodo/File Photo via REUTERS ATTENTION EDITORS - THIS IMAGE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY. EDITORIAL USE ONLY. MANDATORY CREDIT. JAPAN OUT. NO COMMERCIAL OR EDITORIAL SALES IN JAPAN

Untersuchungen hätten ergeben, dass Gummidichtungen einer Einheit des vom Daten-Skandal betroffenen Konzerns Mitsubishi Materials dutzendfach in den Meilern in Ohi und Takahama eingesetzt worden seien, sagte ein Firmensprecher am Mittwoch und bestätigte damit entsprechende Medienberichte. Es bestünden aber keine Bedenken bezüglich der Sicherheit der beiden Atomkraftwerke, teilte der Versorger den Behörden in Japan mit.

In den umfangreichen Rohrleitungen der Kühlsysteme von Atomkraftwerken werden viele Gummidichtungen verbaut, die zum Teil hohen Temperaturen und Druck ausgesetzt sind. Da Kansai Electric Gummidichtungen von mehreren Zulieferern eingesetzt habe, sei es nun schwierig herauszufinden, welche Dichtungen von Mitsubishi Materials stammten, sagte der Sprecher. Es sei aber nicht geplant, die Anlage in Takahama für Überprüfungen zu schließen oder das Hochfahren des Ohi-Reaktors weiter hinauszuschieben.

Kansai Electric hatte wegen Sicherheitsbedenken bereits das Hochfahren des Ohi-Kernkraftwerks verschoben, weil dort auch Metalle des vom Produktdaten-Skandal erschütterten Stahlkonzerns Kobe Steel verwendet wurden. In Japan waren nach dem Nuklearunglück von Fukushima die Akws vom Netz gegangen und sollen erst jetzt wieder nach und nach hochgefahren werden.

Erst am Dienstag hatte Mitsubishi Materials mitgeteilt, bei den Untersuchungen auf weitere Auslieferungen von Produkten mit möglicherweise gefälschten Angaben gestoßen zu sein. Insgesamt seien mehr als 300 Kunden betroffen. Japans Industrie wird gegenwärtig von immer neuen Enthüllungen zu gefälschten Produktangaben erschüttert. Weltweit für Aufregung hatte Japans drittgrößter Stahlkonzern Kobe gesorgt, der zugegeben hatte, über Jahre falsche Angaben zu Festigkeit und Haltbarkeit von mehreren in Autos, Flugzeugen und Zügen eingesetzten Materialien gemacht zu haben.

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