February 27, 2012 / 7:55 AM / 8 years ago

Japanischer Chiphersteller Elpida ist pleite

Tokio (Reuters) - Der harte Konkurrenzkampf in der Speicherchipbranche fordert das nächste Opfer.

Der japanische Hersteller Elpida beantragte am Montag Gläubigerschutz. Zuvor waren Gespräche über eine Rettung des einstigen Partners der zerschellten Infineon-Tochter Qimonda gescheitert. Ein Schuldenberg von rund sechs Milliarden Dollar droht den letzten japanischen Hersteller von DRAM-Speicherchips zu erdrücken. Allein in den kommenden zwei Monaten hätte Elpida Anleihen und Kredite über rund 1,2 Milliarden Euro ablösen müssen.

Die bisherige Führungsspitze werde Elpida weiterhin steuern und eine Trendwende versuchen, sagte Vorstandschef Yukio Sakamoto. Das Unternehmen habe Gläubigerschutz beantragt, nachdem konkrete Angebote von Partnern ausgeblieben seien. Sie waren für Montag in Aussicht gestellt worden. Der Zusammenbruch Elpidas ist die größte Pleite der japanischen Industrie seit 1945.

Elpida hatte zuletzt als drittgrößter DRAM-Hersteller unter dem Konkurrenzkampf mit den beiden größeren koreanischen Rivalen Samsung und Hynix und dem teuren Yen zu leiden. Zudem war der extrem zyklische Markt für Speicherchips, die vor allem in Computern eingesetzt werden, von großen Überkapazitäten geprägt. Der Trend zu Tablet-PCs ließ die Nachfrage nach den klassischen DRAMs schrumpfen, da in den Computerflundern wie Apples iPad weniger dieser Halbleiter eingesetzt werden.

Analysten sehen durch das Gläubigerschutzverfahren die Position von Samsung und Hynix gestärkt. “Elpida wird dadurch nicht sofort die Produktion einstellen, aber das Unternehmen wird schrumpfen und die Kunden werden sich verstärkt den Südkoreanern zuwenden, was deren Marktanteil vergrößert”, sagte Lee Seung Woo von Shinyoung Securities. “Langfristig bleibt für Elpida das Problem der Wettbewerbsfähigkeit erhalten. Die Ertragskraft ist nicht gut und es bestehen kaum Chancen, dass ab dem zweiten Quartal der DRAM-Preis stark steigt”, sagte Branchenexperte Joyce Yang von Eureka International.

In der Vergangenheit hatte es Gerüchte gegeben, Elpida könnte sich mit der amerikanischen Micron und dem taiwanischen Partner Nanya verbünden. Der plötzliche Tod von Micron-Chef Steve Appleton bei einem Flugzeugabsturz weckte allerdings wieder Zweifel an dem möglichen Pakt. Medienberichten zufolge arbeitet unterdessen die japanische Regierung an einem Plan, der die heimische Halbleiterindustrie stützen soll. Demnach soll unter dem Schutz des Staates ein “nationaler Champion” entstehen, dessen Fabriken vom kalifornischen Auftragsfertiger GlobalFoundries betrieben werden. Handelsminister Yukio Edano erklärte am Montag, er hoffe, dass es eine Zukunft für die DRAM-Produktion in seinem Land gebe.

0 : 0
  • narrow-browser-and-phone
  • medium-browser-and-portrait-tablet
  • landscape-tablet
  • medium-wide-browser
  • wide-browser-and-larger
  • medium-browser-and-landscape-tablet
  • medium-wide-browser-and-larger
  • above-phone
  • portrait-tablet-and-above
  • above-portrait-tablet
  • landscape-tablet-and-above
  • landscape-tablet-and-medium-wide-browser
  • portrait-tablet-and-below
  • landscape-tablet-and-below