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Japanisches Gericht stoppt Wiederhochfahren von Atomreaktoren
14. April 2015 / 09:14 / in 3 Jahren

Japanisches Gericht stoppt Wiederhochfahren von Atomreaktoren

Fukui (Reuters) - Die japanische Regierung hat bei ihrer geplanten Rückkehr zur Atomenergie eine Schlappe erlitten.

Big black plastic bags containing radiated soil, leaves and debris from the decontamination operation are seen at an area devastated by the March 11, 2011 earthquake and tsunami in Namie town, Fukushima prefecture, near Tokyo Electric Power Co's (TEPCO) tsunami-crippled Fukushima Daiichi nuclear power plant February 24, 2015. Many residents of Okuma, a village near the stricken Fukushima Daiichi plant, are angry about government plans to dump some 30 million tons of radioactive debris raked up after the March 2011 nuclear disaster in a sprawling waste complex on their doorstep. Few believe Tokyo's assurances that the site will be cleaned up and shut down after 30 years. In the four years since the disaster, Japan has allocated over $15 billion to lower radiation levels around the plant. Every day, teams of workers blast roads with water, scrub down houses, cut branches and scrape contaminated soil off farmland. That radiated trash now sits in plastic sacks across the region, piling up in abandoned rice paddies, parking lots and even residents' backyards. REUTERS/Toru Hanai (JAPAN - Tags: DISASTER ENERGY ENVIRONMENT) PICTURE 10 OF 27 FOR WIDER IMAGE STORY 'RADIOACTIVE FUKUSHIMA - FOUR YEARS ON' SEARCH 'OKUMA TORU' FOR ALL IMAGES

Vier Jahre nach der Katastrophe von Fukushima untersagte am Dienstag ein japanisches Gericht das Wiederhochfahren von zwei Atomreaktoren. Die Entscheidung stellt auch die neuen Sicherheitsvorschriften infrage. Wie der Fernsehsender NHK berichtete, begründete das Gericht seine Entscheidung damit, dass der Betreiber der Anlage, der Energiekonzerns Kansai Electric, die Sicherheit nicht garantieren könne. Zudem seien die Vorschriften unlogisch. Die Regierung hält an ihren Plänen jedoch fest. Japan werde Atomkraftwerke wie vorgesehen ans Netz nehmen, die den Auflagen der Aufsichtsbehörde NRA entsprächen, erklärte ein Regierungssprecher.

Anwohner hatten gegen die Inbetriebnahme der zwei Reaktoren des AKW Takahama westlich von Tokio protestiert, weil die Anlage ihrer Meinung nach nicht die strengeren Sicherheitsstandards erfülle und das Risiko von Erdbeben unterschätze.

Der Konzern kündigte an, gegen die Entscheidung vorgehen zu wollen. Es ist bereits die zweite Niederlage vor Gericht für Kansai Electric innerhalb eines Jahres. Der Rechtsstreit könnte zu jahrelangen Verzögerungen führen und weitere Verluste von Hunderten Millionen Dollar verursachen. Der Konzern wird voraussichtlich das vierte Jahr in Folge einen Verlust ausweisen. Nach der Explosion des Atomkraftwerks in Fukushima im März 2011 war Japan zunächst aus der Atomenergie ausgestiegen und hatte alle AKW abgeschaltet.

Für Regierungschef Shinzo Abe ist die Rückkehr zur Atomenergie, die vor der Katastrophe rund ein Drittel des japanischen Energiebedarfs deckte, ein wichtiger Schritt, um die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen.

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