October 31, 2018 / 6:22 AM / in 18 days

Japans Notenbank hält wegen US-Handelstreit Füße still

Bank of Japan governor Haruhiko Kuroda attends a seminar at the International Monetary Fund - World Bank Group Annual Meeting 2018 in Nusa Dua, Bali, Indonesia October 13, 2018. REUTERS/Johannes P. Christo

Tokio (Reuters) - Die japanische Notenbank will wegen des US-Handelsstreits mit China und einer nach wie vor schwachen Inflation vorerst nicht von ihrer Politik des ultra-billigen Geldes abrücken.

Protektionismus habe nicht nur Folgen für die involvierten Länder, sagte Zentralbankchef Haruhiko Kuroda am Mittwoch. “Falls die Spannungen anhalten, könnte dies das Geschäftsklima beeinflussen.” Bislang strahle der Handelsstreit aber nur in begrenztem Umfang auf Japan aus, die weltweit drittgrößte Volkswirtschaft.

Ihren Strafzins auf Einlagen von Geschäftsbanken beließen die Währungshüter in Tokio wie erwartet bei 0,1 Prozent. Auch wurde die Ankündigung wiederholt, dass die Zinsen noch für längere Zeit auf sehr niedrigem Niveau bleiben werden. Damit verstärkte die Bank von Japan Börsenerwartungen, dass sie ihre Konjunkturhilfen beibehalten wird. Sie wies allerdings stärker als bisher darauf hin, dass die Niedrigzinspolitik auch negative Folgen für die Finanzbranche habe.

“Wäre da nicht der Handelskonflikt würde die Bank von Japan nach Wegen suchen, ihre Geldpolitik zu normalisieren”, sagte Hiroshi Miyazaki, Volkswirt beim Bankhaus Mitsubishi UFJ Morgan Stanley. Sorgen bereiten der Notenbank auch zuletzt eher schwache Konjunkturdaten. So ist im September die Industrieproduktion stärker als erwartet gesunken.

Der Handelsstreit zwischen den USA und China ist in den vergangenen Monaten eskaliert. US-Präsident Donald Trump wirft der Volksrepublik Dumpingpreise, Diebstahl geistigen Eigentums und insgesamt unfaire Handelspraktiken vor. China weist dies zurück. Beide Länder sind wichtige Handelspartner Japans.

Einen raschen Anstieg der Inflation erwartet die Notenbank in Tokio nicht. Im Gegenteil: Sie rechnet für das laufende Fiskaljahr, das im März 2019 endet, nur noch mit 0,9 statt wie bisher 1,1 Prozent. Auch für das Fiskaljahr bis März 2021 werden lediglich 1,5 Prozent erwartet. Angestrebt werden eigentlich zwei Prozent. Die Bank von Japan versucht seit Jahren, mit Wertpapierkäufen die Konjunktur anzukurbeln und für mehr Inflation zu sorgen. Eine Spirale aus fallenden Preisen, sinkenden Löhnen und stockenden Investitionen hatte das Land lange Zeit gelähmt.

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