June 11, 2013 / 12:28 PM / 6 years ago

Japans Notenbank lässt neue Pfeile im Köcher

A pedestrian holding an umbrella stands in front of a stock quotation board displaying currency exchange rates outside a brokerage in Tokyo June 11, 2013. The dollar fell sharply against the yen on Tuesday, hurt by a 3 percent drop in Nikkei share futures after the Bank of Japan refrained from taking additional measures to curb recent bond market volatility. REUTERS/Yuya Shino (JAPAN - Tags: BUSINESS) - RTX10JFH

Tokio (Reuters) - Japans Notenbank hat auf zusätzliche Schritte zur Beruhigung der Anleihemärkte verzichtet und damit Kursverluste an der Börse ausgelöst.

Nach ihrer zweitägigen Sitzung beließ die Bank von Japan (BOJ) ihre Geldpolitik unverändert. Dies sorgte an den Finanzmärkten für Enttäuschung unter manchen Investoren. “Die Schwankungen an den Anleihemärkten haben sich gelegt”, sagte Notenbankchef Haruhiko Kuroda zur Begründung. Viele Anleger hatten dennoch damit gerechnet, dass sich die BOJ weiter gegen den jüngsten Höhenflug der Anleihe-Renditen stemmen würde. Dahinter steht die Furcht, dass das generelle Zinsniveau hochgetrieben werden könnte, was wiederum den jüngsten wirtschaftlichen Aufschwung bedrohen würde.

Die Notenbank sieht Japan auf Erholungskurs und setzt auf eine allmähliche Beruhigung der Märkte. “Spiegelbildlich zu dem Trend in der Güterwirtschaft dürften sich auch die Finanzmärkte schrittweise stabilisieren”, erklärte Kuroda. Die drittgrößte Volkswirtschaft wuchs im ersten Quartal mit 1,0 Prozent so schnell wie kein anderes Industrieland. Dabei litt Japan jahrelang an einer chronischen Wachstumsschwäche und steckt noch immer in einer Deflationsphase, also einem Preisverfall auf breiter Front. Unter Regierungschef Shinzo Abe hat sich die Notenbank dem Kampf gegen die Deflation verschrieben: Sie will binnen zwei Jahren umgerechnet mehr als eine Billion Euro in die Wirtschaft pumpen - vor allem über den Ankauf von Staatsanleihen, börsengehandelten Indexfonds und Immobilienfonds.

Kritiker werfen dem Land vor, durch die Geldschwemme den Außenwert der Landeswährung Yen zu drücken und sich damit Wettbewerbsvorteile zu verschaffen. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler sieht die Geldpolitik in Japan gar als abschreckendes Beispiel: “Einen ähnlichen Weg zu gehen, wie zum Beispiel ... in Asien, nämlich die Geldmenge zu erhöhen, die Währung zu schwächen und so die Exportchancen zu verbessern”, das gehe nicht an, sagte Rösler in Berlin.

Die japanische Zentralbank hat ihr Arsenal allerdings noch nicht ausgeschöpft. Sie hätte etwa beschließen können, die Laufzeit bestimmter für die Banken günstiger Refinanzierungsgeschäfte zu verlängern. Das würde Druck von den Geldhäusern nehmen, Anleihen zu verkaufen, um ihre Bilanzen zu bereinigen. Einige Notenbanker hatten diese Möglichkeit ins Spiel gebracht. Doch schließlich kam die BOJ wohl zu dem Schluss, dass die Anleihe-Renditen derzeit noch kein Risiko für die Konjunkturbelebung sind.

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