October 15, 2012 / 10:18 AM / 6 years ago

Mobilfunkdeal Japan/USA platzt in Telekom-Zukaufsplan

Softbank Corp's logo is pictured at its branch in Tokyo October 15, 2012. REUTERS/Yuriko Nakao (JAPAN - Tags: BUSINESS TELECOMS EMPLOYMENT LOGO)

Tokio (Reuters) - Der japanische Mobilfunkriese Softbank kauft für rund 20 Milliarden Dollar einen Großteil seines US-Rivalen Sprint und verschafft sich damit Zugang zum weiter wachsenden US-Markt.

Die Japaner übernähmen bis zu 70 Prozent am drittgrößten US-Konkurrenten, teilten beide Unternehmen am Montag in Tokio mit. Es ist die größte Auslandsübernahme einer japanischen Firma in der Geschichte. Der Deal könnte auch Folgen für die Deutsche Telekom haben: Deren US-Tochter T-Mobile USA umwirbt derzeit den Mobilfunker MetroPCS, der auch für Softbank/Sprint interessant werden könnte. Softbank erklärte bereits vielsagend, das frische Geld gebe Sprint Spielraum, eine größere Rolle bei der Konsolidierung des US-Marktes zu spielen.

Der Einstieg der Softbank spült Sprint ausreichend Mittel in die Kasse, Konkurrenten zu übernehmen und sein LTE-Netzwerk auszubauen. Damit könnte sich das Unternehmen besser auf dem US-Mobilfunk-Markt positionieren, der von AT&T und Verizon dominiert wird. Mit LTE kann auf Smartphones und anderen Mobilgeräten bis zu zehnmal so schnell wie mit der jetzigen Technik gesurft werden.

SOFTBANK-CHEF RÄUMT RISIKEN EIN

Softbank hingegen ermöglicht der Zukauf die Erschließung eines neuen Marktes. In Japan stagniert der Mobilfunksektor, es herrscht ein starker Verdrängungswettbewerb. In den USA gibt es jedoch noch Wachstum. Zusammen hätten Softbank und Sprint rund 96 Millionen Nutzer.

Das Geschäft sieht unter anderem vor, dass Softbank Anleihen im Wert von drei Milliarden Dollar eintauschbar in Sprint-Aktien zu je 5,25 Dollar kauft. Sprint-Papiere waren am Freitag mit 5,73 Dollar aus dem Handel gegangen.

Softbank-Aktien fielen am Montag in Tokio mehr als fünf Prozent. Die Papiere gehörten zu den Werten, die am stärksten gehandelt wurden. Investoren waren besorgt, dass Softbank-Chef Masayoshi Son zu viel bieten könnte, um auf dem US-Telekom-Markt Fuß zu fassen.

Son ist in der Branche für riskante Geschäfte bekannt. Bei der Verkündung des Geschäfts räumte er ein Wagnis ein, zeigte sich aber überzeugt von seiner Strategie: “Wenn man vor einer großen Herausforderung steht, gibt es immer ein Risiko”, sagte der Softbank-Gründer. “Wir müssen einen neuen Markt erschließen. Wenn wir diese Chance nicht nutzten würden, wäre es ein noch größeres Risiko.” Sprint-Chef Hesse soll nach der Übernahme weiter an der Spitze des Unternehmens in den USA stehen.

Die Softbank hatte erstmals Donnerstag bestätigt, mit Sprint in Gesprächen zu sein. Einem Medienbericht zufolge haben die Japaner noch mehr vor: Wie die Zeitung “Nikkei” meldete, könnte Softbank Sprint nutzen, um auch Jagd auf den kleineren US-Rivalen MetroPCS zu machen. Damit kämen die Japaner der Deutschen Telekom in den Weg, die bereits eine Offerte für MetroPCS abgegeben hat und sich nun vor einem teuren Bietergefecht sorgen muss.

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