September 26, 2012 / 3:23 PM / in 8 years

Toyota und Nissan fahren Produktion in China zurück

A visitor looks at a Toyota Motor Corp's Lexus vehicle displayed at the company's showroom in Tokyo September 26, 2012. Japanese automakers including Toyota Motor Corp and Nissan Motor Co. are cutting back production in China in the wake of anti-Japan protests that shuttered dealerships and darkened their sales outlook in the world's biggest car market. REUTERS/Yuriko Nakao (JAPAN - Tags: TRANSPORT BUSINESS EMPLOYMENT POLITICS)

Tokio (Reuters) - Der anhaltende Streit zwischen Japan und China um eine Inselgruppe macht japanischen Konzernen zunehmend zu schaffen.

Angesichts des Absatzrückgangs auf dem weltgrößten Automarkt fahren Branchenprimus Toyota und Rivale Nissan ihre Produktion deutlich zurück. Damit wackelt auch Toyotas Ziel, in diesem Jahr mehr als eine Millionen Fahrzeuge in China abzusetzen. “Es ist im Moment sehr schwer Autos zu verkaufen, aber das gilt für jede japanische Marke”, sagte ein Toyota-Manager der Nachrichtenagentur Reuters.

Analysten befürchten Umsatzrückgänge japanischer Autokonzerne in China von 20 bis 30 Prozent. Anders als bei früheren Protesten rechnen Experten diesmal mit deutlichen Auswirkungen auf das Geschäft. “Das wird eine gravierende Belastung”, befürchtet Analyst Koji Endo von Advanced Research.

Eine Toyota-Sprecherin kündigte an, in den Städten Tianjin und Guangzhou werde die Produktion von Mittwoch an über die Feiertage in der kommenden Woche ausgesetzt. Je nachdem wie sich die Nachfrage entwickele, könnte die Fertigung in China sogar noch weiter zurückgefahren werden. Die japanische Zeitung Asahi berichtete am Mittwoch, Toyota wolle den gesamten Monat Oktober über die Produktion in China aussetzen. Zudem sollten alle Exporte von Japan nach China gestoppt werden.

Auch Nissan, Japans führender Autoproduzent in der Volksrepublik, lässt bei seinem Gemeinschaftsunternehmen in China ab Donnerstag und damit drei Tage früher als bislang geplant bis über die Feiertage die Bänder still stehen. Suzuki erklärte, man werde sich in dieser Woche in China von zwei Schichten verabschieden und zum Einschicht-System zurückkehren.

Bereits Mitte September hatten zahlreiche japanische Unternehmen ihre Werke in der Volksrepublik wegen gewaltsamer Proteste vorübergehend geschlossen. Toyota und Honda hatten von heftigen Schäden in der ostchinesischen Stadt Qingdao berichtet. Wütende Demonstranten plünderten auf dem Höhepunkt der Proteste japanische Supermärkte und zündeten Firmengebäude an.

VERHÄRTETE FRONTEN

Zeichen von Entspannung zwischen den beiden größten asiatischen Volkswirtschaften waren auch am Mittwoch nicht in Sicht. Jeder beharrte auf seiner Position. Beide Seiten hätten aber weitere Gespräche vereinbart, sagte der japanische Kabinettsminister Osamu Fujimura. Die Außenminister beider Länder, Koichiro Gemba und Yang Jiechi, trafen sich am Rande der UN-Vollversammlung in New York, wie die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua am Mittwoch meldete. Yang habe seinem japanischen Kollegen dabei klar gemacht, dass die Inseln für China seit jeher heiliges Gebiet seien.

China und Japan streiten sich um eine unbewohnte Inselgruppe nordöstlich von Taiwan. Die umliegenden Gewässer sind reich an Fischen, in der Region werden umfangreiche Erdgasvorkommen vermutet. Der Konflikt hat sich zugespitzt, weil die japanische Regierung trotz scharfer Warnungen aus Peking einen Teil der Inselgruppe einem privaten japanischen Besitzer abkaufte. Experten erwarten zwar keinen Krieg. Allerdings wird befürchtet, dass ein Zwischenfall zu einer Eskalation führen könnte. In China sind die Erinnerungen an die japanische Besatzungszeit im Zweiten Weltkrieg lebendig. Damals starben Millionen Chinesen.

0 : 0
  • narrow-browser-and-phone
  • medium-browser-and-portrait-tablet
  • landscape-tablet
  • medium-wide-browser
  • wide-browser-and-larger
  • medium-browser-and-landscape-tablet
  • medium-wide-browser-and-larger
  • above-phone
  • portrait-tablet-and-above
  • above-portrait-tablet
  • landscape-tablet-and-above
  • landscape-tablet-and-medium-wide-browser
  • portrait-tablet-and-below
  • landscape-tablet-and-below