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Weltnachrichten

Japan fürchtet nach Virus-Ausbruch um China-Geschäft und Auswirkungen auf Sommerspiele

FILE PHOTO: Japan's Environment Minister Shinjiro Koizumi attends a news conference at Prime Minister Shinzo Abe's official residence in Tokyo, Japan September 11, 2019. REUTERS/Issei Kato/File Photo

Tokio (Reuters) - Japan befürchtet negative Folgen für seine exportabhängige heimische Wirtschaft durch den Ausbruch des Coronavirus in China.

Wenn es länger dauere, bis die Situation sich beruhige, könnten “die japanischen Exporte, die Produktion und die Unternehmensgewinne beeinträchtigt werden”, warnte Wirtschaftsminister Yasutoshi Nishimura am Dienstag in Tokio. China ist der zweitwichtigste Kunde der japanischen Wirtschaft.

Aber auch der heimische Handel ist auf chinesische Kundschaft angewiesen. Etwa 40 Prozent der ausländischen Touristen, die im vergangenen Jahr nach Japan kamen, stammten aus der Volksrepublik. Kaufhäuser, Einzelhändler und Hotels bangen daher, dass das rund um das chinesische Neujahrsfest übliche Umsatzplus diesmal ausfallen könnte, weil die Touristen aus dem Reich der Mitte zu Hause bleiben. “Es geht nicht nur um chinesische Touristen”, betonte der große japanische Kaufhausbetreiber Isetan Mitsukoshi Holdings. “Wir sind auch besorgt, dass die Angst wegen des Ausbruchs auch die japanischen Käufer zu Hause halten könnte.”

Der Chefökonom des Instituts Dai-ichi Life Research, Hideo Kumano, geht davon aus, dass der Rückgang des Tourismus aus China das Wirtschaftswachstum in Japan um bis zu 0,2 Prozent drücken könnte. “Die größte Sorge ist die Gefahr, dass die negativen Auswirkungen des Ausbruchs fortbestehen und die Wirtschaft während der Olympischen Spiele in Tokio getroffen wird”, sagte er. Im Sommer wird eine große Anzahl chinesischer Touristen zu dem Sportereignis des Jahres in Japan erwartet.

Der Autohersteller Honda, der drei Werke im chinesischen Wuhan betreibt, dem Epizentrum des Ausbruchs, plant die Evakuierung einiger Mitarbeiter. Fast Retailing, wozu die beliebte Bekleidungskette Uniqlo gehört, hat in China etwa 100 Geschäfte vorübergehend geschlossen. Der japanische Einzelhandelsriese Aeon gab an, dass er seine fünf Supermärkte in Wuhan offen halte, nachdem die lokalen Behörden um die Fortsetzung des Betriebs gebeten hatten.

Japan will Staatsangehörige aus der besonders stark von Ausbruch des Coronavirus betroffenen chinesischen Stadt Wuhan ausfliegen. Noch am Dienstag könnten 200 Personen mit einem gecharterten Flugzeug in ihre Heimat gebracht werden, sagte Außenminister Toshimitsu Motegi zu Reportern. Insgesamt würden etwa 650 japanische Bürger auf ihre Rückkehr hoffen. Die chinesischen Behörden hätten sich dazu bereiterklärt, japanische Staatsangehörige zum Flughafen zu bringen.

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