April 28, 2020 / 5:29 AM / a month ago

Japans Arbeitslosenquote steigt infolge des Coronavirus auf Einjahreshoch

People in face masks cross a near-empty street after the government announced a state of emergency for the capital and some prefectures following the coronavirus disease (COVID-19) outbreak, in Tokyo, Japan April 16, 2020. REUTERS/Kim Kyung-Hoon

Tokio (Reuters) - Der Arbeitsmarkt in Japan ist infolge der Coronavirus-Pandemie eingebrochen.

Die Arbeitslosenquote stieg im März auf den höchsten Stand seit einem Jahr, zudem rutschte die Zahl der verfügbaren Stellen auf ein dreijähriges Tief, wie offizielle Daten am Dienstag zeigten. “Die Beschäftigungslage wird sich voraussichtlich im April weiter verschlimmern, daher denke ich, dass es erst Beginn einer Verschlechterung darstellt”, sagte Atsushi Takeda, Chefökonom am Forschungsinstitut Itochu. Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote stieg auf 2,5 Prozent und war damit auf den höchsten Stand seit März letzten Jahres. Sie entsprachen damit der Medianprognose der Ökonomen.

Das Verhältnis zwischen Arbeitsplätzen und Bewerbern sank im März auf 1,39, den niedrigsten Stand seit September 2016 und blieb damit unter der Medianprognose von 1,40, wie Zahlen des Gesundheitsministeriums belegten. “Es besteht kein Zweifel, dass die Zahl der Arbeitslosen steigt”, erklärte Takeda. “Ich denke, dass es im April einen starken Rückgang der Stellenangebote geben wird. Ein vorübergehender Anstieg der Arbeitslosigkeit kann nicht vermieden werden, denke ich.” Auch wenn die Bedingungen auf dem japanischen Arbeitsmarkt nicht so hart seien wie in den Vereinigten Staaten, könnte die Arbeitslosigkeit im Land in den kommenden Monaten auf vier Prozent steigen, so der Ökonom.

Obwohl Japans vergleichsweise niedrige Arbeitslosenquote von vielen Nationen beneidet wird, könnte ein Anstieg der politisch sensiblen Zahl zu Forderungen an die Regierung von Ministerpräsident Shinzo Abe führen, mehr zu tun, um die Wirtschaft anzukurbeln. Vergangene Woche erhöhte die Regierung ihr Ausgabenpaket auf einen Rekordwert von 1,1 Billionen Yen, um die Barauszahlungen an jeden Bürger auszuweiten, da die ökonomischen Folgen des Coronavirus große Teile der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt hart trifft. Das Paket wird zum Teil durch die Ausgabe weiterer Anleihen finanziert, was Japans ohnehin schon zerrütteten Finanzhaushalt belastet.

Die jüngsten Daten werden wahrscheinlich auch den Druck auf die Bank of Japan (BOJ) erhöhen, Maßnahmen zur Verhinderung einer Verschlechterung des Arbeitsmarktes zu ergreifen, da die rückläufige Nachfrage im In- und Ausland die Unternehmensergebnisse belastet. Um die Märkte zu entlasten, hatte die BOJ am Montag neue Schritte zur Erleichterung der Finanzierungsspannungen für Unternehmen vorgestellt und angekündigt, unbegrenzt Anleihen zu kaufen, um die Kreditkosten niedrig zu halten. Sie kassierte auch ihre Wachstumsprognose und geht davon aus, dass die Inflation für drei weitere Jahre deutlich unter ihrem Ziel von zwei Prozent liegen wird. Dies deutet darauf hin, dass der kurzfristiger Fokus der BOJ auf der Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Krise liegt.

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