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Wirtschaftsnachrichten

Japans Notenbank steuert nach Wechsel an Regierungsspitze weiter lockeren Kurs

FILE PHOTO: A man wearing a protective mask walks past the headquarters of Bank of Japan amid the coronavirus disease (COVID-19) outbreak in Tokyo, Japan, May 22, 2020. REUTERS/Kim Kyung-Hoon/File photo

Tokio/Berlin (Reuters) - Auch nach dem Stabwechsel an der Spitze der Regierung bleibt Japans Notenbank ihrer ultralockeren Linie in der Geldpolitik treu.

Die Währungshüter beließen ihr kurzfristiges Zinsziel bei minus 0,1 Prozent. Notenbank-Chef Haruhiko Kuroda sagte am Donnerstag nach dem Zinsbeschluss, es sei wichtig, dass die Bank von Japan für einen schrittweisen Anstieg der Preise sorge, der mit steigenden Firmengewinnen und Löhnen sowie mehr Arbeitsplätzen einhergehe: “Von diesem Standpunkt aus gesehen können wir weitere Lockerungsschritte erwägen, wenn sie erforderlich sind.”

Nach Einsachätzung der Währungshüter befindet sich Japans Wirtschaft zwar weiterhin in einer schwierigen Lage, hat jedoch begonnen, sich zu erholen. Die Geschäftstätigkeit werde allmählich wieder aufgenommen. Die Mitteilung der Notenbank fiel damit etwas optimistischer aus als bei der vorherigen Zinsüberprüfung im Juli. Damals hatte die Notenbank die Lage der heimischen Wirtschaft als extrem schwierig bezeichnet. Während der Corona-Krise hatte die Bank von Japan ihre Geldpolitik im März und im April gelockert. Unter anderem wurden die Anleihenkäufe ausgebaut und ein Kreditprogramm aufgelegt, um insbesondere kleinere Firmen während der Krise zu stützen.

Die seit den Anfangsjahren des vorigen Jahrzehnts betriebene sehr laxe Geldpolitik war maßgeblich von Regierungschef Shinzo Abe angestoßen worden, der das Amt am Mittwoch an den 71-jährigen bisherigen Kabinettschef Yoshihide Suga übergab. “Mit Blick auf die weitere Geldpolitik in Japan muss auch der neue Regierungschef genau im Auge behalten werden”, meint NordLB-Ökonom Tobias Basse. Suga wolle die Wirtschaftspolitik seines Vorgängers grundsätzlich fortführen. “Er könnte sogar noch eine Spur offensiver ins ökonomische Geschehen im Land der aufgehenden Sonne eingreifen wollen.” So scheine Suga einen deutlich schwächeren Yen zu präferieren, um die preisliche Wettbewerbsfähigkeit der Firmen zu verbessern: “Die Regierung in Tokio dürfte unserer Auffassung nach zukünftig zumindest gewissen zusätzlichen politischen Druck auf die Bank of Japan ausüben und den Währungshütern vor allem weitere Zinssenkungen nahelegen.”

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