December 19, 2008 / 10:04 AM / 11 years ago

Deutsche Geiseln im Jemen sind frei

Women walk past the gate of Yemen's Interior Ministry in Sana'a December 19, 2008, where three freed German hostages met police officials after tribesmen released them. Yemeni Tribesmen freed three Germans they had abducted earlier this week, a Yemeni government official said on Friday. REUTERS/Khaled Abdullah (YEMEN)

Berlin/Sanaa (Reuters) - Die im Jemen entführten drei Deutschen sind frei. Die Mitarbeiterin der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) und ihre Eltern befänden sich in sicherer Obhut der deutschen Botschaft in Sanaa, teilte das Auswärtige Amt in Berlin am Freitagabend mit.

Es gehe ihnen den Umständen entsprechend gut. Julia Thielebein hatte am 14. Dezember mit ihren zu Besuch angereisten Eltern einen Ausflug in die Umgebung der jemenitischen Hauptstadt gemacht, wo die drei ihren Entführern in die Hände fielen. Details zur Freilassung wurden zunächst nicht bekannt.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier äußerte Erleichterung über das Ende der Geiselnahme. Sein besonderer Dank gelte den jemenitischen Behörden, die sich bis hin zum Präsidenten sehr für die Freilassung engagiert hätten, erklärte er. Auch Bundesentwicklungsministerin Heidemarie-Wieczorek-Zeul begrüßte die Freilassung. Es sei von entscheidender Bedeutung, dass die Entwicklungsexperten im Jemen und anderswo ungehindert und in Sicherheit ihrer Arbeit nachgehen könnten, sagte sie.

Die Forderungen der Entführer hatten sich früheren Angaben zufolge auf die Freilassung zweier Mitglieder ihres Stammes konzentriert, die wegen einer früheren Entführung ins Gefängnis wanderten. Nach Angaben aus jemenitischen Sicherheitskreisen wurden nach der Entführung der drei Deutschen mehrere Angehörige des Stammes verhaftet, der für die Geiselnahme verantwortlich gewesen sein soll.

Thielebein gehörte zu den Mitarbeitern der Initiative “Söhne von Marib” gegen Entführungen von Touristen. Die Initiative zielt darauf, Stämme dazu zu bewegen, in ihren Einflussgebieten Einnahmen aus dem Tourismus zu erzielen und im Gegenzug auf Kidnappings zu verzichten. “Wer einen von denen dabei hat, wird garantiert nicht entführt”, sagte Thielebein einer GTZ-Zeitschrift mit Blick auf die lokalen Fremdenführer.

Thielebein kümmerte sich im Auftrag der Entwicklungshilfegesellschaft GTZ auch um den Erhalt historischer Stätten im Jemen. Einem Bericht der “Neuen Zürcher Zeitung” zufolge lebt sie seit 1998 in dem Land und hat als Mitarbeiterin der Altstadtbehörde in Sanaa gearbeitet.

Im Jemen haben Stammesangehörige haben bereits öfter westliche Touristen entführt, um Forderungen gegenüber der Zentralregierung durchzusetzen. In den meisten Fällen kamen die Ausländer unversehrt frei. Im Jahr 2000 wurde allerdings ein norwegischer Diplomat während eines Feuergefechtes getötet. Zwei Jahre zuvor kamen vier von 16 Touristen, die von Islamisten entführt worden waren, während einer Befreiungsaktion der Armee ums Leben. Der Jemen liegt an der Südspitze der Arabischen Halbinsel und zählt zu den ärmsten Ländern im Nahen Osten.

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