April 16, 2015 / 12:43 PM / 4 years ago

Jemens Regierung gegen Einsatz saudischer Bodentruppen

Saudi army artillery fire shells towards Houthi movement positions at the Saudi border with Yemen April 15, 2015. REUTERS/Stringer TPX IMAGES OF THE DAY

Riad/Jakarta (Reuters) - Die Regierung des Jemens hat sich gegen den Einsatz saudiarabischer Bodentruppen im gemeinsamen Kampf gegen schiitische Huthi-Milizen ausgesprochen.

“Wir hoffen immer noch, dass es neben den Luftangriffen nicht auch zu einem Einsatz am Boden kommt”, erklärte Vize-Präsident Chaled Bahah am Donnerstag in Riad. Er rief die Streitkräfte seines Landes auf, seine Exilregierung zu unterstützen. Bedingung für Friedensgespräche seien die Rückkehr von Präsident Abd-Rabbu Mansur Hadi nach Aden - eine Hochburg der Regierung - sowie ein Ende der Gefechte. Ein hochrangiger Vertreter der Huthi wies die Forderung nach einer Rückkehr Hadis zurück. Dieser habe sich des Verrats schuldig gemacht.

Der Präsident hat sich in die saudiarabische Hauptstadt Riad abgesetzt, um vorrückenden Huthi zu entkommen. Die vom Iran unterstützten Milizen kontrollieren inzwischen weite Teile des Landes. Eine sunnitische Allianz unter der Führung von Saudi-Arabien versucht, mit Luftangriffen die Huthis zurückzudrängen. An deren Seite kämpfen Teile des Militärs, die dem ehemaligen Präsidenten Ali Abdullah Saleh gegenüber loyal sind.

Auch die Wirtschaft des verarmten Landes wird durch die Gefechte schwer in Mitleidenschaft gezogen. Am Donnerstag machte die Raffinerie in Aden höhere Gewalt geltend, weil sie wegen der Kämpfe keine Lieferungen annehmen kann. Mindestens vier Öl- und Erdgastanker mit Ziel Jemen haben inzwischen abgedreht.

Saudi-Arabien und der Iran sind erbitterte Rivalen, weswegen eine Ausweitung des Konflikts befürchtet wird. Bislang sind alle Friedensbemühungen gescheitert. Am Mittwoch trat der UN-Gesandte für den Jemen, Dschamal Benomar, zurück. Die weltgrößte islamische Vereinigung, die Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC), rief Indonesien zur Vermittlung auf. Dazu solle die asiatisch-afrikanische Konferenz kommende Woche in Jakarta genutzt werden, erklärte die indonesische Regierung. Welcher Ansatz dabei verfolgt werden soll, wurde nicht bekannt. Indonesien ist das Land mit der größten muslimischen Bevölkerung.

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