October 9, 2014 / 3:58 PM / 4 years ago

Mindestens 67 Tote bei Selbstmordanschlägen im Jemen

ATTENTION EDITORS - VISUAL COVERAGE OF SCENES OF INJURY OR DEATH Shi'ite Houthi rebels carry a dead man at the scene of a suicide attack in Sanaa October 9, 2014. At least 20 people were killed on Thursday in the suicide attack apparently targeting a Shi'ite Muslim Houthi checkpoint in the centre of the Yemeni capital Sanaa, witnesses including a Reuters reporter said. REUTERS/Khaled Abdullah (YEMEN - Tags: POLITICS CIVIL UNREST TPX IMAGES OF THE DAY) TEMPLATE OUT

Sanaa (Reuters) - Bei zwei Selbstmordanschlägen im Jemen sind am Donnerstag mindestens 67 Menschen getötet worden.

Im Zentrum der Hauptstadt Sanaa zündete ein Attentäter vor einer Kundgebung der schiitischen Huthi-Bewegung nach Angaben eines Polizisten seinen Sprengstoffgürtel und riss 47 Menschen in den Tod. Bei einem Anschlag auf eine Kaserne in der ostjemenitischen Provinz Hadramut wurden nach amtlichen Angaben 20 Soldaten getötet. Zunächst bekannte sich keine Organisation zu der Tat. Ihr Ablauf deutet jedoch auf die sunnitische Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel hin.

Auf dem zentralen Tahir-Platz in Sanaa waren Leichenteile verstreut. Auf dem Asphalt waren Blutlachen zu sehen. Unter den Toten befanden sich nach Zeugenangaben auch Kinder. Durch die Explosion wurden mindestens 75 Menschen verletzt. Trotz des Anschlags versammelten sich die Demonstranten zur Kundgebung und skandierten Parolen gegen die Regierung.

Der Anschlag ereignete sich nur wenige Stunden nach dem Rücktritt von Ministerpräsident Ahmed Awad bin Mubarak. Dessen Ernennung am Dienstag war auf massive Kritik der Huthis gestoßen. Sie werfen den USA vor, bin Mubarak durchgedrückt zu haben. Ein im vergangenen Monat geschlossenes Abkommen sieht eine Beteiligung der Huthis an der Regierung vor. Diese gelten seit der Übernahme der Kontrolle über die Hauptstadt im September als mächtigste Gruppe im Land. Sobald die neue Regierung steht, sollen sich die Huthis aus Sanaa zurückziehen und Armee und Polizei wieder die Kontrolle ausüben. Der Westen und die Golfstaaten befürchten, dass die Al-Kaida durch eine anhaltende politische Instabilität des Jemens gestärkt werden könnte.

Bei dem Anschlag auf die Streitkräfte brachte ein Attentäter sein mit Sprengstoff beladenes Auto vor einer Kaserne zur Explosion. Gleichzeitig eröffneten Bewaffnete das Feuer und versuchten nach Angaben von Augenzeugen, den Stützpunkt zu stürmen. Bei der Abwehr der Attacke wurden nach einer Meldung der amtlichen Nachrichtenagentur Saba 20 Soldaten getötet.

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