June 14, 2018 / 10:43 AM / 6 days ago

Zivilisten fliehen vor Bombardements arabischer Staaten im Jemen

Aden (Reuters) - Die von Saudi-Arabien geführte Militärallianz hat ihre Großoffensive auf Rebellen-Stellungen in der jemenitischen Hafenstadt Hudeida den zweiten Tag fortgesetzt.

People inspect damage at a Doctors Without Borders medical facility after it was hit by an air strike in Abss, Yemen June 11, 2018. REUTERS/Stringer NO RESALES. NO ARCHIVES

Zivilisten versuchten verzweifelt, sich vor Dauer-Beschuss durch Kampfflugzeuge und Kriegsschiffe am Donnerstag in Sicherheit zu bringen. “Die Menschen haben Angst”, sagte die Studentin Amina, die in der Nähe des umkämpften Hafens am Roten Meer wohnt, in einem Telefonat mit der Nachrichtenagentur Reuters. “Die Leute flüchten von der Stadt aufs Land. Aber für die, die dort keine Verwandten oder Geld haben, gibt es kein Entkommen.” Nach Angaben von Bewohnern bombardierte die Allianz auch die wichtigste Verbindungsstraße zur Hauptstadt Sanaa, um zu verhindern, dass die Rebellen in Hudeida Verstärkung bekommen.

Die Schlacht um Hudeida ist die größte seit Beginn des Kriegs vor drei Jahren. Über den Hafen werden fast alle Hilfsgüter in das verarmte Land geliefert, in dem 8,4 Millionen Menschen zu verhungern drohen. Die arabische Militärallianz unter Führung des sunnitischen Saudi-Arabiens versucht, die schiitischen Huthi-Rebellen in die Knie zu zwingen und der Exil-Regierung des Jemen wieder zurück an die Macht zu verhelfen. Es geht ihr auch darum, den Einfluss des Erzrivalen Iran einzudämmen. Sie wirft der Islamischen Republik vor, über Hudeida Raketen an die Huthis zu liefern. Die Rebellen haben erklärt, keine Stellvertreter des Iran zu sein. Sie hätten die Macht nach einem Volksaufstand übernommen. Die Huthis kontrollieren Sanaa und die meisten besiedelten Gebiete.

Hudeida ist der größte Hafen des Landes und zugleich der einzige, den die Huthis halten. Sollte die vom Westen stillschweigend unterstützte Anti-Huthi-Allianz den Hafen erobern, würde ihr das einen wichtigen strategischen Vorteil in dem Konflikt verschaffen, in dem seit Jahren keine der Kriegsparteien entscheidende Erfolge erzielen konnten.

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