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Jemens Ex-Präsident Saleh geht auf Saudi-Arabien zu
December 3, 2017 / 2:50 PM / 12 days ago

Jemens Ex-Präsident Saleh geht auf Saudi-Arabien zu

Aden (Reuters) - Im Konflikt um den Jemen gibt es erste Anzeichen einer Annäherung des Lagers von Ex-Präsident Ali Abdullah Saleh und Saudi-Arabien.

FILE PHOTO: Yemen's former President Ali Abdullah Saleh addresses a rally held to mark the 35th anniversary of the establishment of his General People's Congress party in Sanaa, Yemen August 24, 2017. Picture taken August 24, 2017. REUTERS/Khaled Abdullah/File Photo

Saleh bot einer sunnitischen Militärkoalition unter Führung Saudi-Arabiens am Wochenende an, eine “neue Seite” aufzuschlagen, falls diese die Angriffe auf Jemeniten einstelle. Zugleich appellierte Saleh an die Nachbarländer, die Belagerung aufzuheben, Flughäfen zu öffnen und Hilfslieferungen ins Land zu lassen. Die Militärallianz begrüßte das Gesprächsangebot. Salehs Einlenken könnte den Weg für ein Ende des seit fast drei Jahren andauernden Bürgerkriegs ebnen. Die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen warfen dagegen Saleh Verrat vor und kündigten weitere Angriffe auf das Bündnis an.

Damit wird die Kluft zwischen Saleh und den einst mit ihm verbündeten Huthi-Rebellen größer. Seit Tagen kämpfen die Rebllen in der Hauptstadt Sanaa gegen Anhänger des langjährigen Staatschefs. Bei den Kämpfen sind nach Angaben von Helfern Dutzende Menschen getötet und Hunderte verletzt worden. In der Nacht auf Sonntag bombardierte die von Saudi-Arabien geführte Koalition Huthi-Stellungen in Sanaa aus der Luft, wie Anwohner und Medien berichteten. Unterdessen kündigte auch Salehs Nachfolger Abd-Rabbu Mansur Hadi an, zur Zusammenarbeit mit Saleh gegen die Huthis bereit zu sein.

Die Anhänger Salehs und die Huthi-Rebellen kontrollieren seit 2015 große Teile des Nordjemens und zwangen Hadi zur Flucht ins Exil. Saudi-Arabien führt eine Allianz sunnitischer Staaten an, mit denen sie die Regierung gegen die Huthi-Rebellen unterstützt. Anfang November hatte die Allianz alle Zugänge zum Jemen auf dem See-, Luft- und Landweg abgeriegelt. Dies wurde mit iranischen Waffenlieferungen an die schiitischen Huthi-Rebellen begründet. Die Blockade löste international Proteste aus und wurde mittlerweile teilweise wieder gelockert. Nach UN-Einschätzung droht die weltweit größte Hungersnot seit Jahrzehnten.

Reporter: Sami Aboudi; geschrieben von Stefanie Geiger; redigiert von Thomas Seythal. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Redaktionsleitung unter den Telefonnummern +49 69 7565 1236 oder +49 30 2888 5168.

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