February 28, 2011 / 2:13 PM / 9 years ago

Kupferbranche in Aufruhr - Kampf um Produzent in Kanada

Sydney/Toronto (Reuters) - Die Kupferbranche ist in Aufruhr: Angesichts der attraktiven Preissteigerungen für das wichtige Basismetall ist in Kanada ein Übernahmekampf um den Produzenten Lundin Mining entbrannt.

Der einheimische Rivale Equinox Minerals legte am Montag ein Angebot für den auf Europa spezialisierten Konzern vor und versucht damit, eine breits vereinbarte Fusion Lundins mit der gleichfalls kanadischen Inmet Mining zu torpedieren. Damit dürfte im Rohstoffsektor weltweit eine neue Konsolidierungswelle eingeleitet werden.

Die stark in Afrika engagierte Equinox bietet umgerechnet 3,6 Milliarden Euro für Lundin, was einen kräftigem Aufschlag auf den derzeitigen Firmenwert beinhaltet. Vor knapp einem Monat hat sich Lundin allerdings mit dem ebenfalls kanadischen Bergbaukonzern Inmet geeinigt. Die beiden wollen unter dem Namen Symterra zu einem milliardenschweren Rohstoffriesen aufsteigen. Von Inmet und Lundin lagen zunächst keine Stellungnahmen vor.

“Wir bieten einen Aufschlag von 26 Prozent. Inmets Aufschlag beträgt null”, sagte Equinox-Chef Craig Williams Reuters. Angesichts des heiß gelaufenen Kupfermarktes reißen sich die Firmen um ein Stück vom Kuchen. Der Kupferpreis war erst Anfang Februar wegen der sich abzeichnenden globalen Konjunkturerholung auf ein Rekordhoch gestiegen. Der Rohstoff kostete zeitweise mehr als 10.000 Dollar pro Tonne. Die weltweite Nachfrage nach Kupfer und anderen Basismetallen zieht rund um den Globus an, wobei Chinas Rohstoffhunger eine maßgebliche Rolle spielt.

Alle Bergbaukonzerne wollen von den steigenden Preisen profitieren. Zwischen dem Auffinden neuer Ressourcen bis zum Start der Produktion vergeht aber in der Regel einige Zeit: Daher gilt der Kauf eines Kupferproduzenten als die einfachste Möglichkeit, rasch und direkt von den steigenden Preisen zu profitieren.

KOMMT NOCH MEHR?

“Ich denke nicht, dass der Kupfermarkt sich bereits auf dem Höhepunkt befindet, daher war es der richtige Zeitpunkt, dieses Geschäft vorzuschlagen”, sagte Williams. Der Schritt ist nach seinen Worten nicht mit Inmet abgesprochen.

Lundin wurde aber offenbar kontaktiert. Zwar steht die offizielle Reaktion auf den Vorstoß von Equinox noch aus. Am Sonntag hatte Lundin aber mitgeteilt, es erwarte ein Übernahmeangebot von Equinox noch am Montag. Das Management werde die Offerte prüfen und anschließend seine Meinung dazu äußern. Das Unternehmen empfahl seinen Aktionären, bis dahin keine weiteren Schritte zu unternehmen.

Lundin betreibt Kupfer-, Zink- und Nickelminen in Europa. Zudem hält das Unternehmen eine Beteiligung von knapp 25 Prozent an der Kupfer-Kobalt-Mine Tenke-Fungurume in der Demokratischen Republik Kongo. Lundin würde daher gut zu Equinox passen: Equinox ist auf Afrika spezialisiert und betreibt in Sambia die nach Produktion drittgrößte Kupfermine des Kontinents.

Inmet stellt ebenfalls Kupfer her und hat Aktivitäten in Spanien, der Türkei und Finnland. Inmet und Lundin wollen als Symterra einen Förderriesen mit einem Wert von neun Milliarden Dollar schaffen. Bis 2017 soll der fusionierte Konzern nach früheren Angaben die Jahresproduktion an Kupfer auf mehr als 500.000 Tonnen steigern. Zum Vergleich: Auch Equinox strebt zusammen mit Lundin im selben Zeitraum eine Produktion in dieser Größenordnung an. “In fünf bis sechs Jahren”, so Williams. Nach den bisherigen Plänen sollen die Aktionäre von Lundin und Inmet am 14. März über die Fusion abstimmen. Für ein Scheitern des Deals ist für jede Seite eine Strafe von knapp 90 Millionen Euro vereinbart.

Der in Toronto ansässige Bergbaukonzern Lundin war bereits einmal Ende 2008 Übernahmekandidat. Damals lagen die Rohstoffmärkte am Boden. Der ebenfalls kanadische Bergbaukonzern HudBay Minerals scheiterte mit seinen Kaufplänen damals am Widerstand der eigenen Aktionäre.

Dass nun ein Unternehmen Lundin kaufen will, obwohl dieses sich bereits mit Inmet geeignet hat, kommt nicht überraschend. Schließlich habe Lundin sich ohne jeglichen Aufschlag zur Verfügung gestellt, sagen Experten. “Ich denke nicht, dass der Bieterprozess nun vorbei ist”, sagte Analyst Darryl Levitt von Macleod Dixon in Toronto. Zuletzt wurde sogar darüber spekuliert, dass Equinox selbst gekauft werden könnte - für Rio Tinto etwa wären die Kanadier ein gefundenes Fressen, so Analysten.

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