April 1, 2013 / 12:17 PM / 5 years ago

Ruhe nach bestätigtem Wahlergebnis bringt Kenia Hoffnung

Nairobi/Kisumu (Reuters) - Kenia hat am Osterwochenende die letzte Etappe der Präsidentenwahl weitgehend friedlich überstanden und richtet den Blick auf die Zukunft der größten Volkswirtschaft Ostafrikas.

Der Oberste Gerichtshof bestätigte Uhuru Kenyatta als Sieger des Votums vom 4. März, das Kenyattas Rivale Raila Odinga juristisch angefochten hatte. Doch die Richter erklärten, die Wahl sei frei gewesen und fair verlaufen. Das Urteil führte zwar am Samstag zu Ausschreitungen von Odinga-Anhängern, bei denen zwei Menschen erschossen wurden. Doch es blieb bei vereinzelten Protesten, und am Sonntag entspannte sich die Lage weitgehend. Kenyatta soll nun voraussichtlich am 9. April ins Amt eingeführt werden.

Der Sohn von Staatsgründer Jomo Kenyatta erzielte bei der Wahl mit 50,07 Prozent zwar einen deutlichen Vorsprung vor Odinga, der auf 43,28 Prozent kam. Die absolute Mehrheit erreichte Kenyatta aber nur denkbar knapp. Bei einer einfachen Mehrheit wäre eine Stichwahl fällig gewesen. Odinga klagte nach der Abstimmung über Wahlbetrug. Am Wochenende zeigte er sich zwar enttäuscht vom Urteil des Obersten Gerichtshofs, akzeptierte aber den Richterspruch.

WILLE ZUM FRIEDLICHEN WANDEL DOMINIERT

Dies dürfte dazu beigetragen haben, dass es dieses Mal trotz der Enttäuschung unter den Odinga-Anhängern weitgehend ruhig blieb. “Unser Anführer hat seine Niederlage eingestanden”, sagte Elijah Onyango. “Warum sollten wir dann auf die Straße gehen?” Das Leben müsse weitergehen, mit oder ohne Odinga. Wie der 27-Jährige aus Kisumu wollten viele Kenianer eine Wiederholung der Ereignisse von 2007 vermeiden, als der Konflikt um die Wahl mehr als 1200 Menschen das Leben kostete und das Land ins Chaos stürzte. Dieses Mal gewann der Wille zu einem friedlichen Wandel Überhand, Aufbruchstimmung wurde spürbar.

Wegen des Urteils war es am Samstag zwar zu Ausschreitungen in der Odinga-Hochburg Kisumu gekommen. Polizisten feuerten Warnschüsse ab und gingen mit Tränengas gegen Hunderte Jugendliche vor, die Steine warfen. Demonstranten plünderten Läden und verbrannten Autoreifen. Am Sonntag gab es aber nur noch kleinere Zusammenstöße in Außenbezirken von Kisumu.

Die Wahl Anfang März galt als Belastungsprobe für die Demokratie in Kenia. Das Vertrauen in das Land ist inzwischen wieder gestiegen, weil der Streit von Richtern und nicht von bewaffneten Gruppen gelöst wurde. Mit Kenyattas Sieg dürften die Beziehungen Kenias zu westlichen Geberländern aber schwieriger werden: Der reichste Mann des Landes muss sich für Gewalttaten nach der Wahl 2007 vor dem Internationalen Strafgerichtshof verantworten. Er weist die Vorwürfe zurück.

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