for-phone-onlyfor-tablet-portrait-upfor-tablet-landscape-upfor-desktop-upfor-wide-desktop-up
Weltnachrichten

Kirgistan - Drei Oppositionsgruppen beanspruchen Macht für sich

People attend a rally following post-election protests during which opposition groups took control of most of the government's apparatus, in Bishkek, Kyrgyzstan, October 7, 2020. REUTERS/Vladimir Pirogov

Bischkek (Reuters) - Kirgistan droht nach teils gewaltsamen Protesten gegen die umstrittene Parlamentswahl im Chaos zu versinken.

Mindestens drei rivalisierende Oppositionsgruppen beanspruchen die Macht für sich. Präsident Sooronbai Scheenbekow rief deshalb am Mittwoch alle Parteien zu Verhandlungen auf und bekräftigte seine Vermittlungsbereitschaft. Der russische Präsident Wladimir Putin sagte, dass Moskau mit allen Konfliktparteien in Kontakt stehe. Er hoffe, dass der demokratische Prozess bald wiederhergestellt werde. Das chinesische Außenministerium äußerte sich besorgt über die Situation im Nachbarland.

Eine neue Gruppe, die sich selbst als Volkskoordinierungsrat bezeichnet und fünf weniger bekannte Oppositionsparteien vereint, beanspruchte die Führung für sich. Dies tat auch die Partei Ata Schurt. Sie hat das Parlament dazu gebracht, ihren Kandidaten Sadyr Schaparow am Dienstagabend für das Amt des Ministerpräsidenten zu nominieren. Schaparow war erst wenige Stunden zuvor von Demonstranten aus dem Gefängnis befreit worden. Auch der Koordinierungsrat, der sich weitgehend aus etablierten politischen Parteien zusammensetzt, die gegen Präsident Scheenbekow opponieren, strebt an die Macht.

Oppositionsgruppen hatten am Dienstag erklärt, sie hätten die Kontrolle über wichtige Regierungsgebäude in Bischkek übernommen, der Hauptstadt des strategisch wichtigen zentralasiatischen Landes. Der frühere Präsident Almasbek Atambajew sei aus der Haft befreit worden. Der amtierende Präsident Scheenbekow sprach von einem Putschversuch.

Nach Massenprotesten annullierte die Wahlkommission Medienberichten zufolge das Ergebnis der Abstimmung vom Sonntag, wonach zwei etablierte Parteien gewonnen haben, die enge Verbindungen der ehemaligen Sowjetrepublik zu Russland unterstützen. Gegen Wahlmanipulation demonstrierten Tausende Menschen in Bischkek und anderen Städten des Landes, das einen russischen Luftwaffenstützpunkt und eine große von einem kanadischen Konzern kontrollierte Goldmine beherbergt.

for-phone-onlyfor-tablet-portrait-upfor-tablet-landscape-upfor-desktop-upfor-wide-desktop-up