April 28, 2020 / 2:19 PM / a month ago

Merkel für klimafreundlichen Neustart nach Coronakrise

FILE PHOTO: German Chancellor Angela Merkel arrives for a media statement after a video conference of EU leaders on the spread of the new coronavirus disease (COVID-19) in Berlin, Germany, April 23, 2020. Michel Kappeler/Pool via REUTERS

Berlin (Reuters) - Bundeskanzlerin Angela Merkel will für einen klimafreundlichen Neustart der Wirtschaft nach der Corona-Krise kämpfen.

“Es wird jetzt eine schwierige Verteilungsdiskussion geben”, warnte sie am Dienstag beim “Petersberger Klimadialog” mit Blick auf die Folgen der Krise für die Etats der Staaten. “Umso wichtiger wird es sein, wenn wir Konjunkturprogramme auflegen, immer den Klimaschutz ganz fest im Blick zu haben.” Der Schwerpunkt liege auf zukunftsfähigen Technologien wie erneuerbare Energien: “Deshalb brauchen wir einen Finanzmarkt, der günstiges Kapital für klimafreundliche Investitionen bereitstellt.” UN-Generalsekretär Antonio Guterres sprach von einer Chance in dunklen Zeiten: “Der Neustart kann zu einer gesünderen und widerstandsfähigeren Welt für alle führen.”

Im “Petersberger Klimadialog” tauschen sich Vertreter aus gut 30 Ländern aus, darunter die mit dem höchsten Treibhausgas-Ausstoß. Das Treffen bereitet gewöhnlich die Weltklimakonferenz am Jahresende vor, die 2020 in Glasgow geplant war und wegen des Coronavirus bereits abgesagt ist.

Merkel stellte sich hinter das Ziel der EU-Kommission, den Treibhausgas-Ausstoß bis 2030 um bis zu 55 Prozent unter das Niveau von 1990 zu drücken. Bisher sind nur 40 Prozent vorgesehen. Der Klimaschutz bleibe international eine zentrale Herausforderung: “Deshalb ist es weiter unsere Aufgabe, das Klimaabkommen von Paris umzusetzen.” Die Beiträge der einzelnen Länder zum Klimaschutz müssten weiter erhöht werden.

MERKEL FÜR WELTWEITEN PREIS AUF CO2

Die Marktwirtschaft sei der beste Weg, um international voranzukommen. Dafür müssten die Kosten des CO2-Ausstoßes für alle berücksichtigt werden. “Wir brauchen eine CO2-Bepreisung.” Deutschland dehne diesen Preis auf alle Sektoren aus und unterstütze die EU-Kommission dabei, dass dies für alle Staaten der Gemeinschaft gelten werde. Umso mehr Staaten weltweit dabei mitmachten, umso eher seien Verzerrungen des Wettbewerbs zu vermeiden.

Sie mahnte zudem, den Artenschutz und den schrumpfenden Lebensraum von Tieren im Auge zu haben: “Das ist für uns Menschen eine Bedrohung.” 60 Prozent aller Infektionskrankheiten der letzten Jahre sei von Tieren auf Menschen übertragen worden. Das sei auch ein Folge davon, dass der Mensch immer mehr mit Wildtieren in Kontakt komme.

UN-Generalsekretär Guterres forderte, um aus der Corona- und der Klimakrise herauszukommen, müsse man weltweit zusammenarbeiten. “Die EU muss hier eine Führungsrolle übernehmen”, sagte er. “Es sind dunkle Tage. Aber es gibt Hoffnung. Der Neustart kann zu einer gesünderen und widerstandsfähigeren Welt für alle führen.”

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