November 2, 2014 / 2:32 PM / 5 years ago

UN-Bericht verlangt Ende des Klimagas-Ausstoßes bis 2100

(L-R) Leo Meyer, Head of Intergovernmental Panel on Climate Change's (IPCC) Synthesis Report Technical Support Unit, Michel Jarraud, Secretary-General from the World Meteorological Organization, Manuel Pulgar-Vidal, Peru's Minister of Environment, U.N. Secretary-General Ban Ki-moon, IPCC Chairman Rajendra Pachauri, Renate Christ, Secretary of the IPCC and Jonathan Lynn, IPCC's Head of Communications and Media Relations, present the AR5 Synthesis Report during a news conference in Copenhagen, November 2, 2014. REUTERS/Niels Ahlmann Olesen/Scanpix Denmark (DENMARK - Tags: POLITICS ENVIRONMENT) ATTENTION EDITORS - FOR EDITORIAL USE ONLY. NOT FOR SALE FOR MARKETING OR ADVERTISING CAMPAIGNS. THIS IMAGE HAS BEEN SUPPLIED BY A THIRD PARTY. IT IS DISTRIBUTED, EXACTLY AS RECEIVED BY REUTERS, AS A SERVICE TO CLIENTS. DENMARK OUT. NO COMMERCIAL OR EDITORIAL SALES IN DENMARK. NO COMMERCIAL SALES - RTR4CI4R

Kopenhagen (Reuters) - Der UN-Weltklimarat hält die Erwärmung der Erde bei einem völligen Stopp des Treibhausgas-Ausstoßes bis 2100 noch für beherrschbar.

“Es ist noch Zeit, aber sehr wenig”, sagte der Chef des Klimarats IPCC, Rajendra Pachauri, am Sonntag der Nachrichtenagentur Reuters bei der Vorlage des fünften Klimaberichts. Die Energieversorgung müsse bereits bis etwa 2050 weitgehend klimaneutral sein, heißt es im Bericht. Wenn die Treibhausgas-Emissionen in den nächsten 90 Jahren dann insgesamt auf nahe Null gedrückt würden, sei die globale Erwärmung auf etwa zwei Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit zu begrenzen und verursache noch tragbare Kosten. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon sagte, der Bericht sei eindeutig: “Die Staats- und Regierungschefs der Welt müssen handeln, die Uhr läuft gegen uns.” Auch die US-Regierung sprach von einem Weckruf für die Welt.

Die Bundesregierung nannte die Studie alarmierend und ermutigend zugleich: “Wir kennen die Werkzeuge, um die Erderwärmung zu begrenzen”, sagte Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD). Die deutsche Energiewende steuere dafür Technologien und Erfahrungen bei. Die Umweltorganisation Greenpeace erklärte, das neue am UN-Bericht sei nicht das Problem, sondern die Lösung. Erneuerbare Energien seien inzwischen konkurrenzfähig und könnten Kohle- oder Atomkraft bis Mitte des Jahrhunderts ersetzen. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) müsse einen Abschaltplan für deutsche Kohlekraftwerke vorlegen, sagte Greenpeace-Klimaexperte Martin Kaiser.

Der UN-Report dient als Grundlage für die Weltklimakonferenz Ende des Jahres in Peru. Diese soll wiederum den Weg für das entscheidende Treffen ein Jahr später in Paris ebnen, wo sich die Weltgemeinschaft auf einen umfassenden Klimavertrag einigen will. “Eine weitere Verzögerung wäre unverantwortlich”, sagte Hendricks. Sie verwies darauf, dass sich die EU ein 2030-Ziel für die Einsparung von Klimagasen von mindestens 40 Prozent gegenüber 1990 gesetzt habe.

Die vorgestellte 40-seitige Synthese fasst die Erkenntnisse von drei vorherigen, detaillierten Berichten des IPCC (Intergovermental Panel on Climate Change) aus den vergangenen zwölf Monaten zusammen. Seit 2010 arbeiteten über dreitausend Experten aus mehr als 70 Ländern daran, darunter über 100 aus Deutschland. Der Bericht bestätigt erneut, dass mit einer Wahrscheinlichkeit von über 95 Prozent der Klimawandel vom Menschen gemacht ist. Federführend beteiligt war das Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK): “Der Kampf gegen den Klimawandel ist bezahlbar, wir sind aber nicht auf dem richtigen Weg”, sagte PIK-Chef-Ökonom Ottmar Edenhofer. “Klimaschutz ist zweifellos mit Kosten verbunden, aber es kostet nicht die Welt, den Planeten für unsere Kinder zu erhalten.”

Ohne einschneidende Reaktionen werde das Risiko erheblich steigen, dass es durch die Erwärmung am Ende des 21. Jahrhunderts zu schwerwiegenden und unumkehrbaren Folgen für die Umwelt komme, heißt es im Bericht weiter. Damit ist etwa das komplette Abschmelzen der Grönland-Gletscher mit einem Anstieg des Meeresspiegels und großflächigen Überschwemmungen der Küstenregionen gemeint.

Der Klima- und Wissenschaftsbeauftragte der US-Regierung, John P. Holdren, sprach von einem weiteren Weckruf für die Weltgemeinschaft, die jetzt schnell und geschlossen handeln müsse. Die USA, zweitgrößter Treibhausgas-Produzent nach China, hatten zuletzt mehr Engagement im Kampf gegen den Klimawandel in Aussicht gestellt. Auch aus China gab es daraufhin Signale, die Verhandlungen über einen weltweiten Vertrag voranzubringen.

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