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UN schlägt Alarm - Treibhausgas-Ausstoß weiter viel zu hoch
31. Oktober 2017 / 12:00 / in 18 Tagen

UN schlägt Alarm - Treibhausgas-Ausstoß weiter viel zu hoch

Genf/Oslo (Reuters) - Der Treibhausgas-Ausstoß der Welt wird nach UN-Angaben ohne weiteres Gegensteuern bis 2030 deutlich über dem Niveau liegen, mit dem man den Klimawandel noch eindämmen könnte.

The Eiffel Tower is seen in the fog as low temperatures combined with pollution led to circulation restrictions in Paris and other cities in France, January 24, 2017. REUTERS/Philippe Wojazer

Ohne zusätzliche Schritte würden die Emissionen dann etwa 30 Prozent zu hoch sein, um die Ziele des Pariser Klimavertrags erreichen zu können, warnten die UN am Dienstag. Am Ende des Jahrhunderts werde die Erde sich so voraussichtlich um über drei Grad erwärmen. Im Vertrag von Paris hatte sich die Weltgemeinschaft 2015 darauf verständigt, das Temperaturplus auf unter zwei Grad zu begrenzen. Die Konzentration des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) in der Atmosphäre hat sich zudem im vergangenen Jahr so schnell erhöht hat wie noch nie. Gesundheitsexperten zufolge ist die Erwärmung in den letzten Jahren für immer mehr Menschen zur Gefahr geworden.

In der kommenden Woche beginnt die Weltklimakonferenz in Bonn. Deutschland ist organisatorischer Gastgeber für die Fidschi-Inseln, die die Präsidentschaft innehaben und besonders von der Erderwärmung und dem Anstieg des Meeresspiegels bedroht sind.

Die UN-Weltorganisation für Meteorologie (WMO) hatte festgestellt, dass die CO2-Konzentration jetzt so hoch ist wie seit Millionen Jahren nicht mehr. Als vor drei bis fünf Millionen Jahren die CO2-Werte diese Höhe hatten, sei die Welt im Schnitt um etwa drei Grad wärmer gewesen, das Eis in Grönland und Teilen der Antarktis sei geschmolzen, und der Meeresspiegel habe 10 bis 20 Meter höher gelegen. Im Jahr 2016 legte die CO2-Konzentration laut WMO 50 Prozent schneller zu als im Schnitt der vergangenen zehn Jahren.

Einer Studie zufolge sind 250 Konzerne weltweit allein für rund ein Drittel des Treibhausgas-Ausstoßes verantwortlich. Die indische Coal India, der russische Gazprom-Konzern sowie Exxon Mobil aus den USA stünden an der Spitze der Liste, wie aus einer Untersuchung von “Thomson Reuters Financial & Risk” hervorgeht. Gemessen wurde der direkte Ausstoß des wichtigsten Treibhausgases CO2 der Firmen sowie von Nutzern ihrer Produkte.

MÜCKEN BREITEN SICH WEGEN ERDERWÄRMUNG AUS

Gesundheitsexperten schlagen Alarm, weil die Erderwärmung bereits direkte Auswirkungen auf immer mehr Menschen hat. Seit dem Jahr 2000 beeinträchtigte die zunehmende Zahl von Hitzewellen die Ernten gerade in Entwicklungsländern, was wiederum zu Unterernährung führte, heißt es in einem Artikel der Fachzeitschrift “Lancet”. Der Bericht wurde von 24 Organisationen, darunter der Weltgesundheitsbehörde(WHO) und der Weltbank zusammengestellt. Demnach verbreiteten sich auch Mückenarten, die Krankheiten übertragen, in immer mehr Regionen. So ist inzwischen etwa in Süddeutschland auch die asiatische Tiger-Mücke heimisch geworden und überlebt den Winter. Sie ist für die Übertragung des Dengue-Fiebers verantwortlich, was eigentlich eine Tropenkrankheit ist.

Die Bonner Weltklima-Konferenz könnte auch einen Einfluss auf die Koalitionsgespräche haben, bei denen sich Union, FDP und Grünen über das Thema Klimaschutz noch nicht verständigen konnten. Kanzlerin Angela Merkel wird voraussichtlich auf der Konferenz sprechen und muss sich dann zu den Klimazielen äußern. Nach bisherigem Stand wird Deutschland die selbst gesteckten Ziele für 2020 deutlich verfehlen.

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