April 24, 2020 / 10:39 AM / a month ago

Klimakonferenz will Wege zu grünem Wirtschafts-Neustart ausloten

German Environment Minister Svenja Schulze attends a news conference, on the coronavirus disease (COVID-19), in Berlin, Germany, April 2, 2020. REUTERS/Fabrizio Bensch

Berlin (Reuters) - Umweltministerin Svenja Schulze will mit Vertretern führender Industrie- und Schwellenländer über ein klimafreundliches Anfahren der Wirtschaft nach der Corona-Krise beraten.

“Die Frage, wie die Weltgemeinschaft den Neustart der Wirtschaft organisiert, ist für den Klimaschutz entscheidend”, sagte Schulze am Freitag vor dem “Petersberger Klimadialog”. Das Treffen bereitet gewöhnlich die Weltklimakonferenz am Jahresende vor, die 2020 in Glasgow geplant war und wegen des Coronavirus bereits abgesagt ist. Im Zentrum der Videokonferenz stehe nun, dass nicht nur neue Jobs geschaffen würden, sondern es auch Fortschritte beim Klimaschutz gebe. Der britische Energieminister Alok Sharma als Präsident der Klimakonferenz forderte angesichts der Pandemie eine weltweite Zusammenarbeit. Die Ziele des Pariser Weltklimaabkommens müssten weiter erreicht werden.

Ab Montag tauschen sich 40 Vertreter - überwiegend Minister - unter anderem aus den Ländern mit dem höchsten Treibhausgas-Ausstößen aus. Am Dienstag wird Kanzlerin Angela Merkel und UN-Generalsekretär Antonio Guterres sprechen.

Die Krise führt zwar derzeit dazu, dass der Treibhausgas-Ausstoß weltweit sinkt. Deutschland wird daher wohl sein bereits aufgegebenes Klimaziel für 2020 doch noch erreichen. Allerdings gilt dies als einmaliger Effekt. Die Konferenz will sich daher mit der Frage befassen, wie Konjunkturpakete klimafreundlich geschnürt werden können.

Schulze will Hilfen etwa für die deutsche Autoindustrie an ökologische Auflagen koppeln. “Eine Innovationsprämie für Autohersteller zur Förderung von Autos mit alternativen Antrieben kann ich mir gut vorstellen”, sagte sie Redaktionsnetzwerk Deutschland. “Sinnvoll wären etwa auch Prämien für die Autoflotten sozialer Dienste, die auf Elektroautos umsteigen.” Sie warnte zugleich vor einer Neuauflage der sogenannten Abwrackprämie aus dem Krisenjahr 2009. “Falsch wäre es, jetzt Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor und hohem CO2-Ausstoß zu fördern, die dann weitere zehn, 15 Jahre auf unseren Straßen fahren”, sagte sie. “Daher bin ich gegen eine einfache Neuauflage der Abwrackprämie. Sie hat der Umwelt nicht genützt.”

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