June 18, 2018 / 5:32 AM / 5 months ago

Wahlsieger Duque kündigt Versöhnungskurs in Kolumbien an

Presidential candidate Ivan Duque and his candidate for Vice President Marta Lucia Ramirez celebrate after he won the presidential election in Bogota, Colombia, June 17, 2018. REUTERS/Andres Stapff TPX IMAGES OF THE DAY

Bogota (Reuters) - Nach der Präsidentenwahl in Kolumbien hat der siegreiche Rechtspolitiker Ivan Duque eine versöhnliche Politik gegenüber seinen Gegnern angekündigt.

“Ich werde alles daran setzen, das Land zu einen”, sagte der 41-Jährige am Sonntag vor jubelnden Anhängern. Mit 54 Prozent der Stimmen triumphierte er über den Links-Populisten Gustavo Petro. Dass aber ein Linker überhaupt in die Stichwahl kam, gilt Beobachtern schon als beachtlich in dem südamerikanischen Land. Es war die erste Präsidentenwahl seit der Unterzeichnung eines Friedensabkommens mit den Farc-Rebellen. Die Vereinbarung von 2016 zog einen Schlussstrich unter einen fünf Jahrzehnte währenden Konflikt. Duque hat jedoch angekündigt, das Abkommen ändern zu wollen.

“Ich werde nicht mit Hass regieren”, versprach Duque. Wenn er im August das Präsidentenamt übernimmt, steht er allerdings vor großen Herausforderungen. Dazu gehört ein Flüchtlingsansturm aus dem benachbarten, immer mehr verarmenden Venezuela. In Kolumbien haben sich Drogen-Gangs zudem in Gebieten ausgebreitet, die früher unter der Kontrolle von Farc-Rebellen waren. Die schwache Konjunktur will Duque mit einer weiter wirtschaftsfreundlichen Politik ankurbeln.

Duques unterlegener Rivale Petro stellte dagegen das bestehende Wirtschaftssystem und die Herrschaft der traditionellen Eliten infrage. Er wollte sich für die Belange der Armen einsetzen und das Land zudem unabhängiger von seinen beiden wichtigen Exportgütern Öl und Kohle machen. Nach seiner Niederlage rief Petro zwar seine Anhänger zu Protesten auf, falls sie Anzeichen für Wahlbetrug sähen. Der 58-Jährige akzeptierte aber das Votum und kündigte an, sich der Oppositionsarbeit zu widmen.

Der Chef der Rebellen-Bewegung Farc, Rodrigo Londono, gratulierte dem designierten Präsidenten auf Twitter. Er erklärte, die Entscheidung der Wähler zu respektieren, und rief ebenfalls zur Versöhnung auf.

Doch der künftige Präsident, ein Ziehsohn des ehemaligen Hardliner-Präsidenten Alvaro Uribe, will sich das Friedensabkommen mit der Farc noch einmal vornehmen. So will er ehemalige Rebellen wegen Kriegsverbrechen ins Gefängnis bringen. Kritiker fürchten deshalb, dass es zu einem Wiederaufflammen der Gewalt kommen könnte. Für die Friedensvereinbarung war der amtierende Präsident Juan Manuel Santos mit dem Friedensnobelpreis geehrt worden. Er darf nach zwei Amtszeiten nicht erneut antreten.

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