November 5, 2008 / 4:29 PM / 11 years ago

Lage in Kongo eskaliert - Neue schwere Kämpfe

Goma (Reuters) - Wegen neuer Kämpfe in Kongo haben Hilfsorganisationen im Osten des Landes erneut ihre Arbeit einstellen müssen, obwohl dort eine Flüchtlingskatastrophe droht.

“Wenn sich die Lage verbessert, dann hoffen wir zurückkehren und unsere Programme fortführen zu können”, teilte das UN-Büro zur Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) am Mittwoch mit. “Im Moment ist dies aber nicht möglich.”

Nach Angaben der UN-Friedenstruppen lieferten sich die Rebellen des abtrünnigen Generals Laurent Nkunda in der Krisenprovinz Nord-Kivu den zweiten Tag in Folge heftige Gefechte mit regierungsnahen Milizen. Beide Seiten beschossen sich demnach nahe der Stadt Rutshuru mit Maschinengewehren, Granatwerfern und Panzerfäusten. UN-Blauhelmsoldaten versuchten zunächst vergeblich, die Lage in der 70 Kilometer nördlich der Provinzhauptstadt Goma gelegenen Gegend zu beruhigen.

Ein Sprecher Nkundas machte die kongolesische Armee für das Wiederaufflammen der Kämpfe am Dienstag mitverantwortlich, da sie die Milizen unterstützten. Das Militär wies die Vorwürfe zurück.

Die Rebellen erklärten, sie würden dennoch an dem vor einer Woche ausgerufenen Waffenstillstand festhalten. “Ja, die Feuerpause wird weiter eingehalten”, bestätigte Nkunda am Telefon der Nachrichtenagentur Reuters. Zuvor hatte er mit einem Marsch auf die Hauptstadt Kinshasa gedroht, falls Präsident Joseph Kabila das Verhandlungsangebot der Rebellen nicht annehme.

Wegen der Lage im Osten der Demokratischen Republik Kongo wollen sich die zentralafrikanischen Staats- und Regierungschefs nach Angaben Kenias am Freitag in Nairobi treffen. Daran teilnehmen sollen auch Kabila und sein ruandischer Kollege Paul Kagame. Beide gelten als Schlüsselfiguren zur Beilegung des Konflikts.

Nkunda bezeichnet sich als Verteidiger der Tutsi-Minderheit und fordert eine bessere Regierung für das Land. Er wirft der kongolesischen Armee vor, mit Hutu-Milizen aus Ruanda zusammenzuarbeiten. Die kongolesische Regierung hat Verhandlungen mit Nkunda bislang abgelehnt und Ruanda beschuldigt, den Rebellenführer zu unterstützen.

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