July 4, 2010 / 10:04 AM / 9 years ago

Mindestens 230 Tote bei Tanklaster-Explosion im Kongo

Das Video-Standbild zeigt kongolesische Rote-Kreuz-Arbeiter beim Davontragen eines Verletzten der Tanklaster-Explosion in Sange am 3. Juli 2010. REUTERS/Reuters TV

Kinshasa (Reuters) - Die Explosion eines Tanklasters in der Demokratischen Republik Kongo hat nach offiziellen Angaben mindestens 230 Menschen in den Tod gerissen.

196 weitere Personen seien verletzt worden, teilte die Regierung des zentralafrikanischen Landes am Samstag mit. Der mit rund 50.000 Litern Benzin beladene Lkw war am Freitagabend aus bislang ungeklärter Ursache in dem Ort Sange umgestürzt, Treibstoff trat aus und fing wenig später Feuer. Nach der Explosion sei ein Feuerball durch Sange gefegt, sagte der Gouverneur der Provinz Süd-Kivu, Marcellin Cisambo. Der Großteil der Opfer habe sich zu Hause oder in improvisierten Kinos gerade das WM-Fußballspiel Uruguay gegen Ghana angeschaut. Einige hätten aber auch versucht, unmittelbar nach dem Umsturz des Lasters auslaufendes Benzin zu stehlen.

“Es ist ein entsetzlicher Anblick. In den Straßen liegen viele Leichen”, sagte der Vize-Gouverneur von Süd-Kivu, Jean-Claude Kibala. “Die Einwohner sind absolut geschockt - niemand weint oder redet.” Blauhelmsoldaten der Vereinten Nationen flogen Verletzte mit Helikoptern in nahe gelegene Krankenhäuser. Die Armee entsandte Soldaten zur Unterstützung der Rettungsarbeiten, auch das Rote Kreuz war vor Ort. Nach Angaben der Behörden kann die Zahl der Opfer noch steigen. Viele der Verletzten hätten schwerste Verbrennungen erlitten, die Toten seien teils bis zur Unkenntlichkeit verbrannt.

“Meine Kinder haben sich das Fußballspiel im Kino angeschaut und dann sind sie rausgerannt”, sagte Kiza Ruvinira, eine Bewohnerin Sanges. “Ich ging raus, um zu schauen, was geschehen ist und habe die Leichen meiner drei Kinder gefunden. Ich weiß nicht, wie es weiter gehen soll.” Warum sich der Tanklastzug überschlug und dann Feuer fing, war zunächst unklar. Der Fahrer aus Kenia wird derzeit von der Polizei befragt. Augenzeugen berichteten allerdings, der in einem Konvoi fahrende Lkw sei aufgrund von Straßenschäden umgekippt. Die Straßen des Landes sind nach Jahren des Krieges in schlechtem Zustand.

geschrieben von Sebastian Engel; redigiert von Ralf Bode

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