December 31, 2018 / 12:47 PM / 19 days ago

Regierung und Opposition beanspruchen Wahlsieg im Kongo für sich

Democratic Republic of Congo's President Joseph Kabila arrives to vote at a polling station in Kinshasa, Democratic Republic of Congo, December 30, 2018. REUTERS/Baz Ratner

Kinshasa (Reuters) - Nach der Präsidentenwahl im Kongo beanspruchen sowohl die Opposition als auch die Regierungskoalition des scheidenden Amtsinhabers Joseph Kabila den Sieg für sich.

Beeinträchtigt wurden die Wahlen von Gewaltausbrüchen, logistischen Problemen und einem Aufflammen der Viruserkrankung Ebola, durch die viele Kongolesen an der Stimmabgabe gehindert wurden. Präsident Kabila regiert seit der Ermordung seines Vaters 2001. Sollte er sein Amt nach der Wahl tatsächlich aufgeben, wäre das der erste demokratische Machtwechsel in dem rohstoffreichen Land, das 1960 seine Unabhängigkeit von der Kolonialmacht Belgien erlangt hatte.

In der Hauptstadt Kinshasa waren am Montag nach Angaben von Einwohnern die mobilen Internet-Verbindungen gestört, nachdem in sozialen Medien inoffizielle Schätzungen zum Wahlausgang kursiert hatten. Auch aus der Stadt Goma im Osten des Landes wurden Verbindungsprobleme gemeldet.

Der Wahlkampfmanager des Oppositionspolitikers Felix Tshisekedi, Vital Kamerhe sagte, erste Auszählungen zeigten die beiden Oppositionskandidaten Kopf an Kopf mit jeweils etwa 40 Prozent der Stimmen. Vor der Wahl hatte der frühere Ölmanager Martin Fayulu einer Umfrage der New York University zufolge vorn gelegen. Der ehemalige Innenminister Emmanuel Ramazani Shadary, der Wunschkandidat von Kabila, habe nur etwa 13 Prozent erreicht, sagte Kamerhe weiter. Allerdings sei ein großer Teil der Stimmen noch nicht berücksichtigt.

Dagegen sagte Kabilas Stabschef Nehemie Mwilanya, er sei zuversichtlich, dass Shadary gewonnen habe. Prozentzahlen nannte er nicht. “Für uns ist der Sieg sicher”, sagte Mwilanya. Die Nationale Wahlkommission will am Dienstag erste Teilergebnisse veröffentlichen.

Ein umstrittener Wahlausgang könnte wie nach den Abstimmungen 2006 und 2011 zu einer Welle der Gewalt führen. Besonders prekär ist die Sicherheitslage an den Grenzen zu Ruanda, Uganda und Burundi, wo Dutzende von Milizen aktiv sind.

0 : 0
  • narrow-browser-and-phone
  • medium-browser-and-portrait-tablet
  • landscape-tablet
  • medium-wide-browser
  • wide-browser-and-larger
  • medium-browser-and-landscape-tablet
  • medium-wide-browser-and-larger
  • above-phone
  • portrait-tablet-and-above
  • above-portrait-tablet
  • landscape-tablet-and-above
  • landscape-tablet-and-medium-wide-browser
  • portrait-tablet-and-below
  • landscape-tablet-and-below