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GfK: Deutsche sparen nach Zypern-Schock so wenig wie nie
30. April 2013 / 10:33 / in 5 Jahren

GfK: Deutsche sparen nach Zypern-Schock so wenig wie nie

Berlin (Reuters) - Die Deutschen sparen wegen der Euro-Schuldenkrise so wenig wie nie zuvor.

Die Sparneigung fiel im April auf einen historischen Tiefstand, wie die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Dienstag zu ihrer monatlichen Umfrage unter 2000 Verbrauchern mitteilte. “Die Zwangsabgabe in Zypern hat somit auch die bundesdeutschen Sparer in ihrem Vertrauen in die Sicherheit ihrer Einlagen erschüttert”, sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. Dort wurden Kunden der größten Banken mit einem Guthaben ab 100.000 Euro mit einer Zwangsabgabe belegt, um eine Staatspleite zu verhindern.

Vor diesem Hintergrund legte die Bereitschaft der Deutschen zu größeren Anschaffungen zu. Da sie auch mit steigenden Einkommen rechnen, kletterte das für Mai berechnete Konsumklima-Barometer von 6,0 auf 6,2 Punkte. Das ist der höchste Stand seit Oktober 2007. “Die Verunsicherung gegenüber den Finanzmärkten stimuliert die Konsumenten, ihre finanziellen Mittel in werthaltige Anschaffungen wie Immobilien, Möbel, Küchen oder teilweise auch Schmuck zu investieren anstatt sie zur Bank zu tragen”, sagte Bürkl. “Zumal die zurzeit historisch niedrigen Zinsen nicht einmal die Inflation kompensieren.”

FRÜHJAHRSMODE BLEIBT IN DEN REGALEN LIEGEN

Im deutschen Einzelhandel kommt die gute Verbraucherstimmung aber nur zum Teil an. Der Umsatz legte im ersten Quartal um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu. Ein besseres Ergebnis verhinderte der lange Winter, der im März beispielsweise den Umsatz mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren um 10,7 Prozent drückte. “Das war der stärkste Rückgang seit Mai 2009”, sagte ein Statistiker. Die meisten Händler hatten schon Frühjahrs- und Sommermode in den Regalen, die wegen des harten Winters aber nicht so gefragt war.

“Die stabile Lage am Arbeitsmarkt und die erwartete Konjunkturbelebung stimmen uns für den weiteren Jahresverlauf optimistisch”, sagte der Sprecher des Einzelhandelsverbandes HDE, Kai Falk. Im April sank die Zahl der Arbeitslosen um 78.000 im Vergleich zum Vormonat.

REALE LOHNZUWÄCHSE IN SICHT

Beflügelt wird dies auch von der Aussicht auf höhere Reallöhne. Die in diesem Jahr bereits vereinbarten Tarifabschlüsse deuteten auf reale Einkommenszuwächse für viele Beschäftigte hin, sagte Bürkl. “Derzeit bewegen sich die tariflichen Zuwächse in einer Größenordnung von etwa drei Prozent.” Die Inflationsrate dürfte unter zwei Prozent bleiben. “Ein stabiler Arbeitsmarkt, steigende Löhne und eine sinkende Inflationsrate erlauben den Menschen 2013 erneut mehr zu konsumieren”, sagte auch DekaBank-Ökonom Andreas Scheuerle.

Die Konjunkturaussichten bewerteten die Verbraucher dagegen schlechter. Dieser Indikator rutschte in den negativen Bereich und liegt damit unter seinem langjährigen Durchschnitt. “Die Nachrichten, dass der Euro-Raum auch in diesem Jahr in der Rezession verharren wird, bremsen auch den Konjunkturoptimismus der Deutschen”, so GfK-Experte Bürkl. “Offenbar gewinnen die Konsumenten zunehmend den Eindruck, dass die für dieses Jahr vorhergesagte moderate Erholung der deutschen Wirtschaft eher schleppend verlaufen wird oder sich sogar gar nicht abzeichnet.” So hatte sich mit dem Ifo-Index der wichtigste Frühindikator für die deutsche Konjunktur zuletzt zwei Mal in Folge eingetrübt.

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