December 20, 2010 / 8:00 AM / 8 years ago

Nordkorea reagiert zurückhaltend auf Manöver Südkoreas

Grafische Darstellung der südkoreanischen Militärübung auf einem Fernseher am 20. Dezember in einem Bahnhof in Seoul. REUTERS/Truth Leem

Yeonpyeong (Reuters) - Nordkorea hat sich in einer ersten Reaktion nach einem Militärmanöver des Südens ungewöhnlich zurückhaltend gezeigt.

Während die Führung des abgeschotteten Landes noch vor der Artillerie-Übung mit Krieg gedroht hatte, erklärte das nordkoreanische Militär am Montag, die Provokation sei keine Reaktion wert. Parallel dazu berichtete CNN, Nordkorea werde wieder UN-Inspektionen eines Atomkomplexes zulassen. Die Sorge um eine weitere Verschärfung des Konflikts hatte die Börse in Seoul belastet.

Die Übung mit scharfer Munition fand auf der Insel Yeonpyeong in einem zwischen Nord- und Südkorea umstrittenen Seegebiet statt. Nach dem vorangegangenen südkoreanischen Manöver dort hatte Nordkorea die Insel beschossen und vier Menschen getötet. Es war der schwerwiegendste Angriff seit dem Ende des Korea-Kriegs 1953. China und Russland hatten Südkorea vergeblich aufgefordert, auf eine neue Übung mit scharfer Munition zu verzichten. Der UN-Sicherheitsrat konnte sich am Wochenende nicht auf eine gemeinsame Korea-Resolution einigen. Russlands Außenminister Sergej Lawrow erklärte danach am Montag, es gebe keinen Grund für Optimismus im Korea-Konflikt.

Das südkoreanische Manöver dauerte 90 Minuten. Ein Reuters-Reporter in einem Luftschutzbunker auf Yeonpyeong berichtete von den Erschütterungen im Bunker und dem Lärm der einschlagenden Artillerie-Geschosse. “Die Menschen machen sich Sorgen, einschließlich ich”, sagte er.

Die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA zitierte kurz nach dem Ende der Übung das Oberkommando des Heeres mit den Worten: “Wir sind zu der Überzeugung gekommen, dass es nicht wert ist, eins-zu-eins auf militärische Provokationen zu reagieren.”

Unterdessen erklärte sich Nordkorea einem Bericht des Fernsehsenders CNN zufolge bereit, wieder UN-Inspektionen eines Atomkomplexes zuzulassen. Zudem habe das kommunistische Land bei einem Besuch des US-Gesandten Bill Richardson signalisiert, dass es Verhandlungen über den Verkauf von 12.000 Brennstäben ins Ausland aufnehmen wolle, berichtete der Sender unter Berufung auf einen mitreisenden Korrespondenten. Nordkorea hatte im April 2009 Inspektoren ausgewiesen. Zuvor hatte es ein Abkommen aufgekündigt, das internationale Hilfe im Gegenzug für Abrüstung vorsah.

Das südkoreanische Außenministerium bestätigte den CNN-Bericht zunächst nicht. Zudem reiste Richardson nicht mit offiziellem Auftrag nach Nordkorea. Daher war es unsicher, ob sich das Land an seine Zusagen gebunden fühlt. Kim Yong Hyun von der Dongguk-Universtität erklärte, der Norden sei offenbar bereit, zumindest teilweise sein Plutonium-Programm aufzugeben. Es ist allerdings nicht klar, ob es sich dabei nicht um eine eher bedeutungslose Geste handelt, denn die Regierung in Pjöngjang hatte im vergangenen Monat einen Durchbruch in einem anderen Bereich der Atomtechnologie verkündet, und zwar bei der Uran-Verarbeitung.

0 : 0
  • narrow-browser-and-phone
  • medium-browser-and-portrait-tablet
  • landscape-tablet
  • medium-wide-browser
  • wide-browser-and-larger
  • medium-browser-and-landscape-tablet
  • medium-wide-browser-and-larger
  • above-phone
  • portrait-tablet-and-above
  • above-portrait-tablet
  • landscape-tablet-and-above
  • landscape-tablet-and-medium-wide-browser
  • portrait-tablet-and-below
  • landscape-tablet-and-below