January 2, 2018 / 3:24 PM / 19 days ago

Nord- und Südkorea wollen reden - Trump skeptisch

Seoul/Washington (Reuters) - Die beiden verfeindeten koreanischen Staaten wollen erstmals seit zwei Jahren miteinander sprechen.

Südkorea nahm am Dienstag das überraschende Gesprächsangebot des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un an. “Ich betone, die Regierung ist zu Gesprächen mit Nordkorea zu jeder Zeit, an jedem Ort und in jeglicher Form bereit”, erklärte der südkoreanische Vereinigungsminister Cho Myong Gyon. Die Schutzmacht Südkoreas, die USA, reagierten zurückhaltend, während Nordkoreas Partner China die Anzeichen für eine Entspannung im Streit über das nordkoreanische Atomprogramm begrüßte.

“Der Raketenmann will nun zum ersten Mal mit Südkorea reden”, twitterte US-Präsident Donald Trump in Anspielung auf Kim und international geächtete Raketentests von Nordkorea. “Vielleicht sind das gute Nachrichten, vielleicht nicht - wir werden sehen.” Die Sanktionen und andere Maßnahmen würden sich auf das Land auswirken. Im vergangenen Jahr hatten die Spannungen zwischen den USA und Nordkorea zugenommen. Nordkorea drohte den USA mit Atomschlägen. Trump warnte damals, Nordkorea würde zerstört, falls die USA gefährdet seien.

Sollten die Gespräche zustande kommen, wäre es das erste bilaterale Treffen von Vertretern beider Regierungen seit Dezember 2015. Cho schlug den 9. Januar für das Treffen vor. Es könne in der Grenzstadt Panmunjom stattfinden. Dabei solle es um die Teilnahme Nordkoreas an der Winterolympiade im südkoreanischen Pyeongchang aber auch um andere Fragen gehen. “Wir freuen uns auf eine offene Diskussion der wechselseitigen Interessen beider Seiten von Angesicht zu Angesicht”, sagte Cho. Der Vorstoß für bilaterale Gespräche sei mit den USA abgestimmt.

KIM: GUTER ZEITPUNKT UM EINHEIT VON VOLK ZU DEMONSTRIEREN

Kim hatte in seiner Neujahrsansprache einen erkennbar versöhnlicheren Ton als in früheren Reden angeschlagen. “Was die Nord-Süd-Beziehungen angeht, sollten wir die militärischen Spannungen auf der koreanischen Halbinsel abbauen, um ein friedliches Umfeld zu schaffen”, sagte er. Er erwäge die Entsendung einer nordkoreanischen Delegation zu den Olympischen Winterspielen. Dies wäre ein guter Zeitpunkt, um “die Einheit des Volkes” zu demonstrieren. Vertreter beider Staaten sollten sich dringend treffen, um diese Möglichkeit zu besprechen.

Auch äußerlich vermied Kim Anzeichen von Militanz. Entgegen dem üblichen Auftreten in Uniform oder einem dunklen Mao-Anzug zeigte sich der Machthaber in einem hellgrauen Blazer mit passenden Schlips. Ein Mitarbeiter des südkoreanischen Instituts für die nationale Wiedervereinigung erklärte, Kim wolle mit der westlichen Kleidung sein Angebot für Frieden unterstreichen. Zudem werde damit auch eine gewisse Gelassenheit signalisiert, nachdem Nordkorea offiziell erklärt habe, seine nuklearen Ziele erreicht zu haben.

Das autoritär geführte Land hatte mit Tests von Atomwaffen und Raketen in den vergangenen Monaten wiederholt gegen Auflagen der UN verstoßen und wurde deswegen mit Sanktionen belegt. Da Nordkorea seit Jahren unter einer Mangelwirtschaft leidet, träfen Handelsbeschränkungen das Land hart. Der einzige internationale Partner Nordkoreas, die Volksrepublik China, begrüßte Annäherung beider koreanische Staaten.

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