June 17, 2020 / 5:27 AM / 21 days ago

Nordkorea will Grenztruppen verstärken und lehnt Südkoreas Dialogangebot ab

A North Korean flag flutters on top of the 160-metre tall tower at North Korea's propaganda village of Gijungdong, in this picture taken from Tae Sung freedom village near the Military Demarcation Line (MDL), inside the demilitarised zone separating the two Koreas, in Paju, South Korea, September 30, 2019. REUTERS/Kim Hong-Ji

Seoul (Reuters) - Die wiederaufgeflammten Spannungen zwischen Nord- und Südkorea halten unvermindert an.

Der kommunistische Norden lehnte am Mittwoch das Angebot für einen Besuch von Sondergesandten aus dem demokratischen Süden zur Beruhigung der Lage ab. Das nordkoreanische Militär kündigte zudem an, neue Truppen an die schwer bewachte Entmilitarisierten Zone zu verlegen. Hintergrund der schwersten Krise zwischen den beiden koreanischen Staaten seit zwei Jahren ist die Verärgerung der Regierung in Pjöngjang über regimekritische Flugblätter, die vom Süden in den abgeschotteten Norden gelangt sind. Nordkorea vermutet Überläufer in den Süden dahinter und hat mit dem Abbruch der Beziehungen zu Seoul gedroht. Am Dienstag hatte Nordkorea das gemeinsame Verbindungsbüros mit Südkorea gesprengt, das im Zuge des Friedensprozesses 2018 eingerichtet worden war.

Südkoreas Präsident Moon Jae In hatte am Montag angeboten, seinen nationalen Sicherheitsberater und seinen Geheimdienstchef als Sondergesandte nach Pjöngjang zu schicken. Aber Kim Yo Jong, die Schwester des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un und selbst eine einflussreiche Funktionärin in der regierenden Arbeiterpartei, lehnte dies als “taktlosen und bösartigen Vorschlag” entschieden ab, wie die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA meldete. Sie bezeichnete Moon als einen Lakaien der USA. Das Präsidialamt in Seoul wies die Kritik an Moon zurück. Sie sei unhöflich und sinnlos und schade dem Vertrauen, das Moon und Kim aufgebaut hätten. Moon hatte in den vergangenen Jahren versucht, die Wiedervereinigungsversuche voranzubringen und im Atomstreit zwischen Nordkorea und den USA zu vermitteln, was 2018 und 2019 zu historischen Spitzentreffen mit Kim sowie von Kim und US-Präsident Donald Trump führte.

Das nordkoreanische Militär kündigte an, die Grenztruppen zu verstärken. Zudem würden Polizeieinheiten, die im Zuge der 2018 eingeleiteten Entspannungspolitik abgezogen worden waren, wieder an die Entmilitarisierte Zone zurückentsandt. Auch sollten Artillerie-Einheiten an der westlichen Seegrenze verstärkt werden. Dort schicken Überläufer häufig Propaganda-Flugblätter mit Ballons in den Norden. Nordkorea kündigte auch an, ebenfalls wieder Flugblätter über die Grenze zu schicken.

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