1. September 2017 / 09:15 / vor 3 Monaten

Frankreich warnt vor nordkoreanischer Langstreckenrakete

Paris/Tokio (Reuters) - Nordkorea wird nach Einschätzung von Frankreichs Außenminister Jean-Yves Le Drian in Kürze zu einer noch größeren Bedrohung für seine Nachbarn werden.

French Foreign Minister Jean-Yves Le Drian attends a national tribute ceremony for late French politician Simone Veil, Holocaust survivor and pro-abortion campaigner, at the Hotel des Invalides in Paris, France, July 5, 2017. REUTERS/Michel Euler/Pool

Das kommunistische Land werde in wenigen Monaten die Fähigkeit besitzen, atomwaffentaugliche Langstreckenraketen abzufeuern, sagte Le Drian am Freitag dem Radiosender RTL. Unterdessen warnte der russische Präsident Wladimir Putin, die Situation auf der koreanischen Halbinsel habe sich so stark verschlechtert, dass der Konflikt nun kurz davor stehe, sich großflächig auszuweiten. Am Dienstag hatte Nordkorea eine Mittelstreckenrakete abgeschossen, die über Japan flog und nördlich der Region Hokkaido im Pazifik landete. US-Präsident Donald Trump bezeichnete Nordkorea daraufhin als zunehmende Bedrohung für die Welt.

Frankreichs Außenminister betonte bezüglich der Kapazitäten Nordkoreas, bald eine Langstreckenrakete zu besitzen: “Das wird Wirklichkeit werden.” Die Situation sei “sehr ernst”. In dem Moment, in dem Nordkorea über die Mittel verfüge, die USA oder sogar Europa, aber auf jeden Fall Japan und China, zu treffen, werde es brisant. Le Drian rief Nordkorea dazu auf, zurück an den Verhandlungstisch zu kehren. Zugleich forderte er von China - dem einzigen großen Verbündeten des international isolierten Landes - alles zu tun, damit die Sanktionen gegen Nordkorea umgesetzt würden.

Putin warnte in einem Artikel, der auf der Internetseite des Präsidialamts veröffentlicht wurde, davor, zu viel Druck auf das kommunistische Land auszuüben: “Provokationen, Druck sowie eine kriegerische und offensive Rhetorik führten nirgendwohin.” Stattdessen müsse es einen direkten Dialog aller Beteiligten ohne Vorbedingungen geben. Trump lehnt Verhandlungen mit der Regierung in Pjöngjang ab.

Japans Finanzminister Taro Aso verzichtet mitten im Nordkorea-Konflikt auf eine lange geplante Reise in die USA. Ministerpräsident Shinzo Abe habe ihn angewiesen, in Japan zu bleiben, damit er sich um die angespannte Sicherheitslage kümmern könne, sagte Aso. Ursprünglich wollte der Finanzminister, der auch als Vize-Ministerpräsident agiert, kommende Woche zu Gesprächen im Rahmen des Handelsdialogs beider Länder in die USA reisen. Zeitlich wäre der Aufenthalt mit dem Besuch eines Wirtschaftsforums von Abe und Außenminister Taro Kono im russischen Wladiwostok kollidiert.

Aso war letzte Woche in die Schlagzeilen geraten, weil er die Absichten von Adolf Hitler als “richtig” bezeichnet hatte. Die durch seine Bemerkungen ausgelöste Debatte habe nichts mit der Absage seiner Reise zu tun, betonte der Minister.

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