8. November 2017 / 06:15 / in 10 Tagen

Trump warnt Nordkorea - Unterschätzt uns nicht

Seoul (Reuters) - In einer Rede vor dem Parlament in Seoul hat US-Präsident Donald Trump Nordkorea vor weiteren Provokationen im Atomstreit gewarnt.

U.S. President Donald Trump places incense in the memorial flame during a wreath-laying ceremony at the National Cemetery in Seoul, South Korea, November 8, 2017. REUTERS/Jonathan Ernst - RC112D11DDB0

“Ich hoffe, dass ich für alle zivilisierten Nationen spreche, wenn ich zum Norden sage: Unterschätzt uns nicht. Und stellt uns nicht auf die Probe”, sagte Trump vor den Volksvertretern am Mittwoch in der südkoreanischen Hauptstadt. “Wir werden uns nicht einschüchtern lassen. Und wir werden es nicht zulassen, dass die schlimmsten Gräueltaten der Geschichte hier auf diesem Boden wiederholt werden, für dessen Sicherung wir gekämpft haben und gestorben sind.” Nordkorea solle die Zurückhaltung der USA in der Vergangenheit nicht als Schwäche auslegen. “Das wäre ein fataler Fehler.” An Machthaber Kim Jong Un gerichtet sagte Trump: Trotz aller Verbrechen, die dieser begangen habe, “sind wir bereit, einen Pfad zu einer viel besseren Zukunft anzubieten”.

Südkorea war nach Japan die zweite Station auf Trumps zwölftägiger Asien-Reise. Am Dienstag brachte Trump überraschend eine Verhandlungslösung ins Spiel, nachdem er und Nordkorea sich wochenlang gegenseitig mit kriegerischer Rhetorik überzogen und damit Sorgen vor einer militärischen Eskalation geschürt hatten: “Ich glaube wirklich, dass es sinnvoll ist, dass Nordkorea an den Verhandlungstisch kommt und einen guten Deal für sich herausholt.”

INTERNATIONALER SCHULTERSCHLUSS GEGEN “BRUTALES REGIME”

In der Rede am Mittwoch schlug Trump wieder deutlich schärfere Töne an. Er forderte die internationale Gemeinschaft erneut zum Schulterschluss gegen Nordkorea auf, um “das brutale Regime” zu isolieren und ihm jegliche Form von Unterstützung, Versorgung oder Anerkennung zu verweigern. Die Welt dürfe nicht tolerieren, dass sie von einem “Schurkenregime mit nuklearer Verwüstung” bedroht werde. Trump rief Kim dazu auf, keine Raketen mehr zu entwickeln und nuklear komplett abzurüsten. Die USA strebten nach Frieden, aber sie seien zu Gesprächen nur bereit, wenn Kim vom Atomprogramm abrücke.

Noch am Mittwoch wollte Trump nach China weiterreisen, dem wichtigsten Unterstützer Nordkoreas. Ein unangekündigter Besuch der sogenannten Demilitarisierten Zone zwischen Nord- und Südkorea wurde vor Trumps Auftritt im Parlament in Seoul nach Angaben seiner Sprecherin Sarah Sanders kurzfristig abgebrochen. Der Hubschrauber des Präsidenten habe wegen Nebels in dem Grenzgebiet nicht landen können. Trump sei enttäuscht gewesen. Der Überraschungsbesuch hätte die Stärke der amerikanisch-südkoreanischen Allianz belegen sollen, so Sanders.

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