March 1, 2012 / 6:58 AM / 6 years ago

Nordkorea erklärt sich zu Atomteststopp bereit

Washington (Reuters) - Nordkorea hat sich zweieinhalb Monate nach der Machtübernahme durch Kim Jong Un überraschend zu einem Atomteststopp und internationalen Inspektionen bereiterklärt.

A paramilitary policeman stands guard in front of the North Korean embassy ahead of bilateral talks between North Korea and the U.S., in Beijing February 23, 2012. North Korea and U.S. officials will meet in Beijing on Thursday for a third round of bilateral talks aimed at restarting the regional six-party nuclear talks which broke down in 2009. REUTERS/Jason Lee (CHINA - Tags: POLITICS)

Das Moratorium gelte auch für die Urananreicherung und den Start von Langstreckenraketen, wie die amtliche Nachrichtenagentur KCNA und das US-Außenministerium am Mittwoch mitteilten. Die USA signalisierten zugleich ein Entgegenkommen bei Lebensmittellieferungen. In ersten Reaktionen äußerten Südkorea und Japan die Hoffnung, die Verhandlungen über das nordkoreanische Atomprogramm wiederaufnehmen zu können.

Der langjährige Machthaber Kim Jong Il war im Dezember gestorben und wurde von seinem Sohn Kim Jong Un an der Spitze des kommunistischen Staates beerbt. Vertreter der USA und Nordkoreas verhandelten in der vergangenen Woche in Peking zum ersten Mal nach dem Machtwechsel über das Atomprogramm. Die Einigung könnte die Verhandlungen zwischen Nord- und Südkorea, China, Japan, Russland und den Vereinigten Staaten wieder in Gang bringen. Der Vereinbarung zufolge erlaubt das isolierte Land Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) den Zutritt in seine Kernanlage Yongbyon. Die Experten sollen dort überprüfen, ob die das Moratorium umgesetzt wird.

USA WÜRDEN 240.000 TONNEN LEBENSMITTEL LIEFERN

Im Gegenzug erklärten sich die USA bereit, die letzten Einzelheiten für Lebensmittellieferungen an Nordkorea zu klären. In dem hochgerüsteten Land leben Millionen Menschen in bitterer Armut. Im Gespräch ist die Lieferung von 240.000 Tonnen Nahrungsmitteln. Bei Bedarf könnte es weitere Hilfen geben, hieß es. Außenministerin Hillary Clinton erklärte, es handele sich um einen ersten kleinen Schritt in die richtige Richtung. Die USA hätten mit Blick auf Nordkorea noch immer große Bedenken bei vielen Themen. Man werde die neuen Machthaber in Pjöngjang an ihren Taten messen, sagte Clinton.

Südkorea zeigte sich vorsichtig optimistisch. Mit der Vereinbarung sei die Grundlage für weitere Fortschritte zur Lösung des Konfliktes gelegt worden, erklärte das Außenministerium in Seoul. Auch die japanische Regierung zeigte sich erfreut. Die IAEA sprach von einem wichtigen Schritt. Experten wiesen darauf hin, dass Nordkorea wiederholt ähnliche Zusagen nicht eingehalten habe. “Dies ist der erste Schritt auf einem sehr langen Weg”, sagte Bruce Klingner von der Heritage Foundation. Zum Zeitpunkt des Todes von Kim Jung Il hätten sich die Verhandlungen in eine ähnliche Richtung bewegt.

HILFE IM GEGENZUG FÜR ATOMARE ABRÜSTUNG

Nordkorea hatte sich schon 2005 bei den internationalen Verhandlungen verpflichtet, sein Atomprogramm aufzugeben. Dafür wurden dem Staat wirtschaftliche und diplomatische Anreize geboten. Die Vereinbarung wurde aber nie umgesetzt. Stattdessen gab es in den Jahren 2006 und 2009 zwei Atomtests. Später enthüllte die Staatsführung, an der Anreicherung von Uran zu arbeiten. Nordkorea hat schon länger ein Programm zur Herstellung von Plutonium. Mit beiden Stoffen können Atombomben gebaut werden.

Die Machthaber Nordkoreas inszenierten die Trauer um Kim Jong Il im Dezember als riesige Beisetzungsfeier. In einem Leitartikel zu Neujahr hieß es, dass die Nordkoreaner seinem Nachfolger Kim Jong Un bis in den Tod folgen sollten. Damals fand das Atomprogramm zwar keine Erwähnung. Allerdings wurde die Nahrungsmittelknappheit der Bevölkerung als “brennende Frage” bezeichnet, die zum Aufbau des Landes gelöst werden müsse. In den 90er Jahren waren schätzungsweise eine Million Menschen an einer Hungersnot gestorben.

- von Andrew Quinn

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