January 16, 2018 / 12:39 PM / 9 months ago

Anführer der serbischen Minderheit im Kosovo erschossen

Pristina (Reuters) - Im Kosovo ist der Anführer der serbischen Minderheit, Oliver Ivanovic, am Dienstag vor seinem Parteibüro in der Stadt Mitrovica erschossen worden.

A Kosovo Serb member of the parliament, Oliver Ivanovic speaks to journalists during a break in Pristina, December 10, 2001. Kosovo's newly elected deputies, both Albanians and Serbs gathered for the first time in twelve years in the same room with the west hoping it will encourage majority Albanians and minority Serbs to work together. However, later, deputies from the second largest party, the PDK, walked out after the U.N. chief administrator switched off the microphone during their member's speech. /REUTERS Hazir Reka REUTERS SHB/FMS

Die Regierung in Pristina verurteilte den Mord als einen Anschlag auf den Rechtsstaat und die Bemühungen, Recht und Gesetz im gesamten Kosovo durchzusetzen. Die serbische Regierung sprach von einem Terrorakt. Ihr Vertreter verließ aus Protest gegen die Ermordung Ivanovics in Brüssel die von der EU vermittelten Gespräche über eine Normalisierung der Beziehungen zwischen beiden Ländern. Serbiens Präsident Aleksandar Vucic berief in Belgrad eine Dringlichkeitssitzung des nationalen Sicherheitsrates ein.

Im Norden des Kosovo leben rund 40.000 bis 50.000 Serben. Sie widersetzen sich der Integration in dem vorwiegend von Albanern bewohnten Staat seit dessen Unabhängigkeit von Serbien im Jahr 2008. Die Beziehungen zwischen den beiden Nachbarstaaten sind angespannt. 2013 stimmten beide Seiten aber einem von der EU vermittelten Dialog zur Verbesserung der Beziehungen zu. Die EU verurteilte den Mord und rief beide Seiten auf, Ruhe zu bewahren.

Ivanovic galt als Gemäßigter unter den serbischen Politikern im Kosovo. Er war einer der wichtigsten Ansprechpartner für die Vertreter der EU, der Nato und der Vereinten Nationen im Kosovo. 2016 wurde er im Zusammenhang mit der Tötung von vier Albanern im Kosovo-Krieg von 1998-99 wegen Kriegsverbrechen zu neun Jahren Haft verurteilt. Nach Ansetzung einer Wiederaufnahme des Verfahrens wurde er im vergangenen Jahr wieder freigelassen.

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