September 29, 2011 / 3:33 PM / 7 years ago

Reformen in Kuba - Zuckerministerium wird geschlossen

Havanna/Washington (Reuters) - Unter dem Druck des wirtschaftlichen Niedergangs setzt Kuba einzelne Marktreformen um.

Die kommunistische Regierung kündigte am Donnerstag die Schließung des einst mächtigen Zuckerministerium an und übertrug die Aufgaben einer staatlichen Holding-Gesellschaft. Fünf unrentable Zuckerfabriken sollten geschlossen werden, wie Präsident Raul Castro ankündigte. Zudem erhalten Kubaner erstmals seit der Revolution von 1959 das Recht, Autos zu kaufen und zu verkaufen.

Kubas Zuckerindustrie ist dramatisch geschrumpft: Als größter Zuckerexporteur der Welt produzierte das kommunistische Eiland einst acht Millionen Tonnen pro Jahr, zuletzt lag der Ausstoß bei 1,2 Millionen Tonnen. Reuters hatte bereits vor über einem Jahr über Pläne berichtet, die einstige Vorzeigeindustrie wieder auf Trab zu bringen - etwa über die Schließung veralteter Werke und das Zulassen ausländischer Investitionen.

Die Liberalisierung des Automarktes ist ein weiterer Schritt zu einer stärkeren wirtschaftlichen Freiheit auf Kuba und gehört zu den insgesamt mehr als 300 Wirtschaftsreformen, die Castro angekündigt hat. Bisher war es für die meisten Kubaner nur möglich, Fahrzeuge, die bereits vor der Revolution in dem Land waren, frei zu kaufen und zu verkaufen. Ausnahmen gab es allerdings beispielsweise für Athleten und Regierungsmitarbeiter. Auch nach der Neuregelung des Marktes bleibt es schwer, Autos zu importieren. Kubaner benötigten dafür eine Regierungserlaubnis.

Der frühere Präsident Fidel Castro, der die Macht 2008 an seinen Bruder Raul übergeben hatte, wollte die Reformen nicht als Vollzug amerikanischer Forderungen interpretiert wissen. “Viele Dinge werden sich auf Kuba ändern, aber aus unserem eigenen Antrieb heraus und trotz der USA”, schrieb Castro in einem Meinungsstück, das in staatlichen Medien veröffentlicht wurde. US-Präsident Barack Obama hatte erneut Reformen von Kuba als Voraussetzung für Lockerungen der Wirtschaftsembargos gefordert. “Wenn für eine positive Entwicklung sehen, werden wir positiv reagieren”, sagte Obama.

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