April 20, 2009 / 5:48 AM / 11 years ago

USA und Südamerika rücken wieder näher zusammen

Port of Spain (Reuters) - Die USA und Lateinamerika wollen ein neues Kapitel in ihren Beziehungen aufschlagen.

Die südlichen Nachbarn begrüßten die Initiative von US-Präsident Barack Obama und lobten die neue Qualität des Dialogs bei ihrem Gipfeltreffen in Trinidad und Tobago. Obama versprach eine Partnerschaft auf Augenhöhe. Auch in Hinblick auf die Beziehungen der USA zu Kuba und Venezuela habe es “potenziell positive Signale” gegeben, erklärte Obama zum Abschluss des Gipfels am Sonntag. Brasiliens Präsident Luiz Inacio Lula da Silva erklärte, das Treffen werde eine neue Ära der Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Lateinamerika erlauben.

Obama war am zweiten Tag des Gipfeltreffens mit den Staats- und Regierungschefs Zentralamerikas gesondert zusammengekommen. Dabei saß er neben Nicaraguas Präsident Daniel Ortega, einem ehemaligen Guerilla-Führer und scharfen Kritiker der USA. Guatemalas Präsident Alvaro Colom zufolge standen die Themen Einwanderung und Drogenhandel im Mittelpunkt des etwa einstündigen Gesprächs. Honduras Präsident Manuel Zelaya lobte Obamas Fähigkeit zuzuhören: “Wir werden ganz anders behandelt hinsichtlich einer größeren Offenheit, mehr Dialog und mehr Respekt.”

“WIR HABEN VIELE FORTSCHRITTE GEMACHT”

Neben regionalen Energie- und Sicherheitsfragen standen vor allem die Auswirkungen des weltweiten Konjunkturabschwungs im Mittelpunkt des zweitägigen Gipfels der 34 Staats- und Regierungschefs. In einigen Staaten der Region drohen im Zuge der Krise Millionen Menschen zurück in die Armut zu rutschen. Obama kündigte die Schaffung eines 100-Millionen-Dollar-Wachstumsfonds für Institute an, die vor allem sehr kleinen Unternehmen helfen sollen. Man wolle diesen Firmen helfen, die Krise zu überstehen, hieß es in einer Stellungnahme des US-Präsidialamtes.

CHAVEZ WILL OBAMAS FREUND SEIN

Ausdruck des neuen Klimas scheint auch die geplante Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehung zwischen den USA und Venezuela zu sein. Venezuelas Präsident Hugo Chavez - zuletzt einer der schärfsten Kritiker der USA - gab sich bei seiner ersten Begegnung mit Obama betont freundlich: “Ich will dein Freund sein”, sagte er bei einem Handschlag zum Gipfel-Auftakt. Im März hatte Chavez Obama noch einen “Dummkopf” genannt, nachdem der US-Präsident erklärt hatte, Chavez stehe dem Fortschritt in Lateinamerika im Wege. Beide Länder verständigten sich nun darauf, ihren im September abgebrochenen Kontakt wiederzubeleben. Brasiliens Präsident Lula erklärte, es sei der richtige Moment für einen Dialog zwischen den USA und Venezuela.

KERNFRAGE KUBA

Beim strittigen Thema Kuba signalisierte Obama einen Neuanfang. Im Mittelpunkt der Bemühungen müsse aber ein demokratisches Kuba stehen, forderte er. Mehrere lateinamerikanische Staats- und Regierungschefs forderten Obama auf, das langjährige US-Embargo gegen das kommunistische Land umgehend zu beenden. Mehrere Länder kritisierten das Fehlen des 1962 nach der Revolution Fidel Castros aus dem Staatenbündnis ausgeschlossenen Staates. “Ich hoffe, das ist der letzte Gipfel der Staats- und Regierungschefs ohne Kuba”, sagte Boliviens Präsident Evo Morales. “Es ist Obamas Pflicht, den politischen und wirtschaftlichen Schaden zu reparieren, der Kuba zugefügt wurde.” Das nächste Gipfeltreffen steht in drei Jahren an.

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