April 12, 2019 / 12:00 PM / 13 days ago

Kämpfe in Libyen halten an - Merkel verurteilt Rebellen-Vormarsch

German Chancellor Angela Merkel arrives at an extraordinary European Union leaders summit to discuss Brexit, in Brussels, Belgium April 10, 2019. REUTERS/Eva Plevier

Tripolis/Berlin (Reuters) - Angesichts heftiger Kämpfe nahe der libyschen Hauptstadt Tripolis haben die Bundesregierung und die EU ein Ende der militärischen Auseinandersetzungen gefordert.

Im Stadtzentrum von Tripolis waren am Freitag in den frühen Morgenstunden Geschützfeuer und Explosionen zu hören. Die Libysche Nationalarmee (LNA) des abtrünnigen Generals Chalifa Haftar kämpfte in der Gegend des stillgelegten internationalen Flughafens und im Bezirk Ain Sara gegen die Streitkräfte der international anerkannten Regierung.

Kanzlerin Angela Merkel verurteile den militärischen Vormarsch der Einheiten unter Haftar und fordere ihn “und seine Unterstützer” dringend auf, alle militärischen Operationen sofort zu beenden, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag. Merkel hatte am Vortag mit dem von den UN anerkannten Vorsitzenden des libyschen Präsidialrates, Fajes al-Serradsch, telefoniert. Das Auswärtige Amt verwies auf die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini, die gewarnt hatte, dass Libyen sowie der gesamten Region ernsthafte Konsequenzen durch die Kämpfe drohten, etwa ein Wiedererstarken des Terrorismus. Eine militärische Unterstützung für al-Serradsch ist nach Angaben der Bundesregierung aber nicht geplant.

Hafter will die Regierung von Ministerpräsident al-Serradsch stürzen. Er wird nach Angaben von EU-Diplomaten von Russland, Ägypten, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien unterstützt. Bei heftigen Kämpfen in Tripolis sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 56 Menschen getötet worden. Nach ihrem Vormarsch hat sich die LNA in den südlichen Vororten von Tripolis etwa elf Kilometer vom Zentrum entfernt festgesetzt. Nach Angaben der Vereinten Nationen (UN) haben 3500 Menschen in den vergangenen 24 Stunden ihre Häuser in der Hauptstadt verlassen. Damit seien nun insgesamt 9500 Menschen durch die Gefechte vertrieben worden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat nach eigener Auskunft Krisenpläne für den Fall, dass die Zahl in die Hunderttausende steigt. Dann seien wegen der schlechten sanitären Lage Epidemien zu erwarten.

Auch der UN-Friedensplan für das zerrissene nordafrikanische Land ist durch den Vormarsch Haftars in Gefahr. Ferner wird befürchtet, dass sich islamistische Milizen das Chaos zunutze machen und die riskante Migration über das Mittelmeer zunimmt. Libyen ist ein wichtiges Transitland für Flüchtlinge, die Europa erreichen wollen. Der Chef der staatlichen Ölgesellschaft, Mustafa Sanalla, warnte vor einer Zerstörung der Produktion.

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