January 14, 2020 / 10:42 AM / 4 months ago

Türkei droht General Haftar - Libyen-Konferenz am Sonntag in Berlin

Turkish President Tayyip Erdogan reacts during a news conference in Ankara, Turkey January 13, 2020. REUTERS/Umit Bektas

Ankara/Moskau (Reuters) - Die Türkei droht dem abtrünnigen libyschen Armeechef Chalifa Haftar angesichts des Rückschlags für die Bemühungen um eine dauerhafte Waffenruhe in dem Bürgerkriegsland mit Konsequenzen.

Sollte “der Putschist” Haftar die international anerkannte Regierung in Tripolis und die libysche Bevölkerung weiter angreifen, werde die Türkei nicht davor zurückschrecken, “ihm die Lektion zu erteilen, die er verdient”, sagte Präsident Recep Tayyip Erdogan am Dienstag im Parlament in Ankara. Außenminister Mevlut Cavusoglu kritisierte Haftar scharf, weil dieser von Friedensgesprächen in Moskau am Montag abgereist sei, ohne ein Waffenstillstandsabkommen zu unterschreiben. Das zeige, wer in Libyen Krieg und wer Frieden wolle. Sollte Haftar so weitermachen, werde die am Sonntag in Berlin geplante Libyen-Konferenz bedeutungslos.

Die Türkei und Russland hatten die Gespräche in Moskau vermittelt. Während der von den Vereinten Nationen anerkannte Regierungschef Fajes al-Serradsch das Abkommen für eine dauerhafte Waffenruhe unterzeichnete, reiste Haftar nach russischen Angaben aus Moskau ab, ohne seine Unterschrift zu leisten. Das russische Verteidigungsministerium teilte am Dienstagnachmittag laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Interfax mit, Haftar sei dem Abkommen positiv gesonnen gewesen. Er nehme sich aber zwei Tage Zeit, um es zu besprechen.

Haftar probt vom Osten Libyens aus den Aufstand gegen die Regierung in Tripolis. Seit Monaten befinden sich seine Truppen auf dem Vormarsch. Zuletzt rückten sie immer näher an die Hauptstadt heran. Haftar wird von Russland, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Ägypten und Jordanien unterstützt. Die Türkei steht dagegen Serradsch zur Seite.

Die internationale Libyen-Konferenz in Berlin am Sonntag soll unter UN-Ägide verhindern, dass in dem Land, das eine wichtige Zwischenstation für Migranten und Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa ist, ein Stellvertreterkrieg zwischen ausländischen Mächten wie in Syrien entbrennt. Neben Erdogan werden Vertreter von Großbritannien, Frankreich, China und anderen teilnehmen, gab die Bundesregierung am Dienstag bekannt. Serradsch und Haftar seien ebenfalls eingeladen worden.

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